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Populäre Videoplattform : Tiktoks Problem mit jungen Nutzern

Wirklich kurze Videos: Illustration verschiedener Tiktok-Screens. Bild: Reuters

Das Videoportal Tiktok ist ein aufkommender Star unter den sozialen Netzwerken. Es ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebt – auch wenn es von dieser Zielgruppe eigentlich weg will. Denn die birgt Probleme.

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          Manche Veränderungen im Verhalten von Teenagern lassen sich nicht erklären. Andere schon. Wenn Ihr Kind beispielsweise kürzlich begonnen hat, Choreographien zu tanzen und sich dabei zu filmen, dann ist der Grund dafür mit ziemlicher Sicherheit eine aus China stammende App.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die App dreht sich um das Anschauen und Produzieren von meist weniger als eine Minute langen Videos und hört auf den Namen Tiktok. Sie verzeichnete im vergangenen Jahr rund 8,8 Millionen Downloads in Deutschland. In Tiktoks fünfzehn stärksten Ländern weltweit, abgesehen von China, waren es mehr als 323 Millionen, wie der Datendienst Prioridata berichtet. Das Videoportal hat nach eigenen Angaben zurzeit siebenhundert Millionen monatlich aktive Nutzer auf der ganzen Welt.

          Zum Vergleich: Facebook meldete im vergangenen Quartal knapp 2,4 Milliarden solcher Nutzer. Wie viele täglich auf Tiktok aktiv sind, lässt sich nicht nachvollziehen, da das chinesische Unternehmen Bytedance, das hinter dem Portal steht, mit Daten über sich selbst geizt. Aber zumindest bei den monatlichen Nutzern liegen keine Welten zwischen dem Newcomer und dem Platzhirsch.

          „Instragram für Videos“

          Tiktok wird mit Blick auf das Fotonetzwerk Instagram häufig das „Instagram für Videos“ genannt. Die Plattformen ähneln sich insofern, als dass Nutzer von Instagram Fotos schießen, diese mit verschiedenen Filtern und Stickern versehen und dann veröffentlichen. Tiktok wendet dasselbe Prinzip auf Videos an. Mit wenigen Fingergesten lassen sich so auf dem Smartphone durchaus anspruchsvolle Filme realisieren. Dass die Länge eines Videos auf sechzig Sekunden begrenzt ist, hält die Dateigröße in einem Rahmen, den die mobile Internetverbindung auf dem Smartphone verkraftet.

          Dass die mobile Nutzung die größte Rolle spielt, ist der maßgebliche Unterschied von Tiktok zu etablierten Videoportalen wie Youtube. Tiktok verzichtet auf eine klassische Website. Das Netzwerk ist nur über die App erreichbar. Die Videos sind weitgehend im Hochkantformat gedreht, und auch die Aufmachung ist Mobilgeräten angepasst. Während Youtube eher auf einen thematischen Zugang setzt und auf seiner Website prominent ein Suchfeld plaziert, läuft in Tiktoks App das erste Video direkt los.

          So sieht Tiktok aus: Zwei Videos zeigen die Oberfläche der App.

          Ein Wischen nach oben führt zum nächsten, mit einem Doppeltipp verteilt man ein „Like“ an ein Filmchen. Das ähnelt dem Zappen durch Fernsehkanäle. Mit dem Unterschied, dass Tiktoks Algorithmus dafür sorgt, dass die Videos, die der Nutzer zu sehen bekommt, ihn in der Regel interessieren. Grundlage dafür sind die Daten über die jeweiligen persönlichen Vorlieben, welche die App sammelt, während man sie benutzt. Ähnlich wie auf Instagram sind auf Tiktok viele, zumeist junge Influencer unterwegs, die oft eine treue Fangemeinde haben.

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