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Mordfall Viktoria Marinowa : Verwirrung um Festnahme

  • Aktualisiert am

Viktoria Marinowa Anfang Oktober 2018 Bild: Reuters

Der im Fall der ermordeten Journalistin Viktoria Marinowa festgenomme Mann ist wieder frei. Er gilt als nicht tatverdächtig. Derweil steigt der internationale Druck auf die bulgarische Regierung.

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          Ein nach dem Mord an der bulgarischen Moderatorin Viktoria Marinowa festgenommener Rumäne ist nach Angaben der Polizei  doch nicht tatverdächtig und wurde wieder freigelassen. Es gebe „keine neuen Fakten oder Informationen“, teilte der Polizeichef der nordbulgarischen Stadt Russe am Dienstag mit. Die Leiche der Moderatorin war am Samstag in einem Park am Donauufer in Russe entdeckt worden. Marinowa war dort joggen gegangen.

          Sie hatte in der letzten Ausgabe ihrer neuen Sendung „Detektor“ einen Investigativjournalisten aus Rumänien und einen aus Bulgarien zu Gast. Die beiden recherchieren über angeblichen Betrug mit EU-Fördergeldern in Bulgarien. Das EU-Betrugsbekämpfungsamt Olaf wertet zurzeit die Informationen aus Bulgarien aus.

          Die bürgerlich-nationalistische Regierung des Ministerpräsidenten Boiko Borissow steht unter internationalem Druck, den Mord rasch aufzuklären. Der Fall Marinowa wurde zudem zum Politikum in Sofia. Die oppositionellen Sozialisten forderten von der Regierung und den zuständigen Behörden „Taten zur Aufdeckung des Motivs und der Ausführer des Verbrechens“. Nachdem es am Montag Gedenkandachten für Marinowa gab, war am Dienstag Gedenk-Lauf im Park am Donauufer in Russe angesagt. Dort war die Journalistin vergewaltigt und ermordet worden.

          Das Verbrechen löste in ganz Europa Besorgnis aus. Der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, die OSZE und das Auswärtige Amt äußerten sich bestürzt. „Reporter ohne Grenzen“ forderte Bulgarien auf, den Mord unverzüglich aufzuklären und Journalisten besser zu schützen, die zum Missbrauch von EU-Geldern recherchieren. Der Mord an Viktoria Marinova stehe „für einen erschreckenden Trend“, sagte Christian Mihr von „Reporter ohne Grenzen“, immer häufiger würden auch in der EU Journalisten ermordet, „weil sie unangenehme Themen ansprechen“. Die EU dürfe „nicht wegschauen, wenn die Regierungen in den entsprechenden Ländern unfähig oder unwillig sind, investigative Reporter zu schützen.“

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