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Vertrag läuft aus : Stefan Aust muss den „Spiegel“ verlassen

  • Aktualisiert am

Stefan Aust, Chefredakteur des „Spiegel” 1994-2008 Bild: picture-alliance/ dpa

Noch in der letzten Woche schien es, als könne Aust seinen Posten bis Ende 2010 behalten. Jetzt teilte der „Spiegel“-Verlag knapp, aber gewichtig mit: Der Vertrag des Chefredakteurs Stefan Aust endet zum 31. Dezember 2008.

          Die Mitteilung ist knapp, aber gewichtig: Der Vertrag des Chefredakteurs Stefan Aust, teilte der „Spiegel“-Verlag am Donnerstagnachmittag mit, ende zum 31. Dezember 2008. „Die Gesellschafter des Spiegel-Verlags haben einvernehmlich auf Initiative der Mitarbeiter KG beschlossen, den Vertrag von Stefan Aust, Chefredakteur des Spiegel, nicht über den 31. Dezember 2008 hinaus weiterlaufen zu lassen. Über eine Nachfolge wird zu gegebener Zeit informiert.“

          Noch in der letzten Woche schien es, als könne Aust seinen Posten bis Ende 2010 behalten. Vor zwei Jahren hatte er einen Vertrag erhalten, der darauf lautete, dass sich seine Amtszeit nach drei Jahren - Ende 2008 - um zwei weitere verlängere, so die Gesellschafter nichts anderes beschlössen. Da es aus dem Kreis der Gesellschafter vor Tagen hieß, man habe keinen Beschluss gefasst, schien sich die Verlängerung anzubahnen.

          Nun aber hat der Geschäftsführer des Spiegel, Mario Frank, das Mandat, einen Nachfolger für Aust zu suchen. Dem Vernehmen nach unternimmt er dies schon. Frank schien in seiner Stellung zuletzt eher geschwächt. Er war an der Mitarbeiter KG mit dem Plan gescheitert, die Hälfte der Anteile der „Financial Times Deutschland“ zu übernehmen. Nun ist es dieselbe Mitarbeiter KG, welche die Initiative ergriff, den Chefredakteur Aust abzulösen. Die „FTD“ gehört zur Hälfte dem Verlag Gruner + Jahr. Gruner + Jahr ist mit einem Anteil von 25,5 Prozent Gesellschafter des Spiegel, 24 Prozent der Anteile halten die Erben des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein, die Mitarbeiter KG hat 50,5 Prozent. Eine Begründung für die Entscheidung, Austs Vertrag nicht zu verlängern, gab es nicht, ebenso ist unklar, ob er bis zum 31. Dezember 2008 seine Geschäfte weiterführen soll.

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