Verschwörungsjournalismus : Ist halt so, ist die Wahrheit!
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Das Lieblingshassthema auf Montagsveranstaltungen
Jürgen Elsässer ist wahrscheinlich der größte Meister des Hasses unter den Friedensbewegten, das wird klar, wenn man sich noch mehr seiner Mahnwachen-Auftritte anschaut und anhört. Elsässers Parolen sind böse und schlimm. Doch das Allerschlimmste ist es, mitanzusehen, wie die Menschen auf ihn reagieren. „Ami, go home!“, sagt Elsässer unaufgeregt in ein Mikrofon, nachdem er über Amerika - das Lieblingshassthema auf Montagsveranstaltungen - gesprochen hat. Eine berauschte Menge schreit es ihm darauf nach. „Ami, go home!“ Immer und immer wieder.
So, wie sie da klatschen auf ihrer Mahnwache, so, wie sie brüllen, so werden auch die öffentlichen Worte Wladimir Putins in Russland gefeiert. Und so ist das wahre, heimliche Mastermind dieser deutschen „Friedensbewegung“ nicht Jürgen Elsässer, nicht Ken Jebsen, nicht sonst irgendwer, es ist der russische Präsident höchstpersönlich. Denn einerseits lebt Putin die antidemokratischen Ideale dieser Bewegung, andererseits verkörpert er Stärke. Eine Stärke, die wieder Zucht, Ordnung und Klarheit in das Leben all dieser verwirrten, friedensbewegten Deutschen bringen könnte. Denn sie sind die Überforderten, die Ausgestoßenen hier in der westlichen Welt. Genauso wie Putin ein Ausgestoßener in der Weltpolitik ist, jedoch ein sehr starker, mächtiger Ausgestoßener. Und deshalb sehnen sich diese Deutschen auch nach seiner festen und führenden Hand. Und deshalb ist diese neue „Friedensbewegung“ auch so gefährlich - weil sie nichts mit dem zu tun hat, was das demokratische Nachkriegsdeutschland eines Jürgen Habermas, eines Willy Brandt oder einer Angela Merkel ausmacht.
Wie aber kann man diese Friedensbewegten aufhalten? Und wo? In Deutschland? Durch eine noch besser funktionierende Wirtschaft? Durch noch weniger Arbeitslose? Durch noch mehr Sozialkundeunterricht an den Schulen? Oder doch eher in Russland? Denn dort lebt und regiert ihr großes antidemokratisches Vorbild. Die Sache ist einfach: Solange Putin an der Macht ist, solange seine Macht immer größer wird, solange er sich mit voller Entschlossenheit gegen die westlichen Werte erhebt, bleibt er der Antrieb der neuen Wahrheitssucher in Deutschland, und ihre Bewegung wird wachsen. Und wenn er dann doch eines Tages zurücktritt, gestürzt oder abgewählt wird, oder einfach so, weil er es kann, für immer auf einem großen, weißen Pferd davonreitet? Dann erst werden die Friedensbewegten aufhören, ihre Wahrheit und ihren Hass montags dem Brandenburger Tor entgegenzubrüllen. Hoffentlich.