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Preisverleihung in Leipzig : „Goldene Henne“ für die „Helden von Lübtheen“

  • Aktualisiert am

Hat was zu sagen: Der elf Jahre alte Julius Weckauf bekam die „Goldene Henne“ für seine Rolle in dem Film „Der Junge muss an die frische Luft“. Der Mann, den er als Jungen spielt, steht neben ihm und dem Moderator Kai Pflaume (rechts): Hape Kerkeling. Bild: dpa

Über den Medienpreis „Goldene Henne“ bestimmt das Publikum. Das sorgt für Vielfalt: Die Auszeichnung geht an einen Jungen, an die Feuerwehr und an einen Fußballtrainer, den jeder kennt. Nominiert waren auch Online-Gamer im Rentenalter.

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          Der jüngste Preisträger der „Goldenen Henne“ kam mit seinen Eltern, die ältesten Nominierten schoben einen Rollator über den Roten Teppich in Leipzig. Zum 25. Mal wurde der Publikumspreis vergeben – und zumindest bei den Kandidaten war die Altersspanne am Freitagabend so groß wie wohl nie zuvor.

          Der elfjährige Julius Weckauf wurde als „Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet. Er spielt in dem Film „Der Junge muss an die frische Luft“ (Caroline Link) den jungen Hape Kerkeling – und zur Überraschung des schon mehrfach ausgezeichneten jungen Schauspielers überreichte der große Entertainer persönlich den Preis in Form eines Goldenen Vogels.

          In der Kategorie #Onlinestars waren die ältesten Gäste des Abends nominiert: „Senioren Zocken“, eine Rentnergruppe, die Computerspiele testet. Die teilweise mehr als achtzig Jahre alten Gamer haben auf Youtube 428.000 Abonnenten, die ihnen beim Fortnite- oder Minecraft-Zocken zuschauen. Am Ende wählten die Zuschauer aber die Ostfriesen Wilke & Udo zu ihren #Onlinestars.

          Die „Goldene Henne“ ist der 1991 gestorbenen DDR-Entertainerin Helga „Henne“ Hahnemann gewidmet. Der Publikumspreis wird jährlich vom Mitteldeutschen Rundfunk, Rundfunk Berlin-Brandenburg und der Zeitschrift „Super-Illu“ verliehen. Die Gala auf der Leipziger Messe verfolgten nach Angaben der Veranstalter 4500 Gäste. Kai Pflaume moderierte die Live-Show.

          Der Feuerwehrmann Uwe Pulss vom Kreisfeuerwehrverband Ludwigslust-Parchim nahm den Preis stellvertretend für all die Brandbekämpfer an, die in Mecklenburg im Einsatz waren.

          In der Kategorie Sport wurde Liverpool-Trainer Jürgen Klopp ausgezeichnet. „Offensichtlich habt ihr alle mitbekommen, dass wir die Champions League gewonnen haben“, sagte der Klopp in seiner Dankbotschaft. Diese schickte er per Videogruß „aus Liverpool nach Leibzsch“. In England werde „jeden Tag Fußball gespielt“, deswegen könne er den Preis leider nicht live entgegen nehmen, entschuldigte er sich.

          Die „Goldene Henne“ Charity, verbunden mit einem Scheck über 25.000 Euro, ging nach Mecklenburg-Vorpommern an die „Helden von Lübtheen“ – die Feuerwehrleute, die im Sommer den bedrohlichen Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz in Lübtheen bekämpft hatten. Insgesamt dreitausend Einsatzkräfte waren aktiv, um den größten Waldbrand in der Geschichte des Landes einzudämmen.

          Emilia Schüle wurde in der Kategorie „Schauspiel“ geehrt. Den Preis überreichte Dieter Hallervorden.

          Zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution wurden die ersten Leipziger Montagsdemonstranten im Herbst 1989 in der Kategorie Politik ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Er sagte, auch er sei damals als Jugendlicher bei Montagsdemonstrationen gewesen, die in seiner Heimatstadt Görlitz allerdings immer donnerstags gewesen seien.

          Eine „Goldene Henne“ nahmen außerdem Wincent Weiss in der Kategorie Musik und Emilia Schüle in der Kategorie Schauspiel mit nach Hause. Als beste Entertainer wurden Joko Winterscheidt und Paul Ripke gewählt. Sänger und Moderator Gunther Emmerlich, der gerade seinen 75. Geburtstag feierte, wurde für sein Lebenswerk geehrt.

          Die „Goldene Henne“ wurde einst ins Leben gerufen, um ostdeutsche Künstler zu würdigen. Inzwischen sehen die Veranstalter sie als gesamtdeutschen Publikumspreis an. Auch 2020 werde die Auszeichnung wieder in Leipzig vergeben werden, kündigte der Moderator Kai Pflaume an.

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