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In Jenin getötete Reporterin : Eine Tote wird vereinnahmt

  • -Aktualisiert am

Symbolpolitik – Palästinenser in Bethlehem vor einem Wandbild der am 11. Mai getöteten Al-Jazeera-Journalistin Shireen Abu Akleh. Bild: EPA

Am 11. Mai wurde die Reporterin Shireen Abu Akleh im Westjordanland erschossen. Vielleicht wird nie aufgeklärt werden, wer sie getötet hat. Die palästinensische Führung hat sie als Symbol israelischer Gewalt vereinnahmt.

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          Die Sonne warf lange Schatten, als der tödliche Schuss fiel. Am frühen Morgen des 11. Mai, vermutlich zwischen sechs und sieben Uhr, traf eine Kugel aus kurzer Distanz Shireen Abu Akleh im Gesicht. Die Al-Jazeera-Reporterin, 51 Jahre alt, hatte über eine Operation der israelischen Armee in dem palästinensischen Flüchtlingslager in Jenin im Westjordanland berichtet. Sie trug eine Schutzweste mit Presse-Aufdruck. Sie war sofort tot.

          Das Rechercheportal „Bellingcat“ hat die Video- und Audioaufnahmen ausgewertet, die während des Einsatzes entstanden. Der Stand der Sonne wurde ausgemessen, der Standort der Soldaten der israelischen Streitkräfte (IDF) und der bewaffneten palästinensischen Gruppen lokalisiert. Ein Waffenexperte hörte sich die Geräusche der Schüsse an und schloss davon auf den Waffentyp, mit dem der tödliche Schuss abgefeuert wurde. Das Fazit von „Bellingcat“ bleibt dennoch so unscharf wie die Videoschnipsel: Die Schätzung des Experten entspreche „eher der ungefähren Entfernung zwischen der IDF-Position und dem Ort, an dem die Journalistin getötet wurde, als zwischen ihrem Standort und dem der bewaffneten Gruppen“.

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