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Zum Tod von Manfred Sexauer : Vater des „Musikladens“

  • Aktualisiert am

Er hatte den Beat: Manfred Sexauer Bild: dpa

Der Moderator Manfred Sexauer ist gestorben. Er sorgte dafür, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk etwas mit dem „Beat“ anfangen konnte. Seine Shows sind legendär.

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          Der Radio- und Fernsehmoderator Manfred Sexauer ist am Sonntag im Alter von 83 Jahren gestorben. Sexauer hatte sich in den sechziger und siebziger Jahren einen Namen mit Musikshows gemacht. Fast hundert Ausgaben des legendären „Musikladens“ moderierte Sexauer (gemeinsam mit Uschi Nerke) zwischen 1972 und 1985 im ersten ARD-Programm. Davor hatte er den „Beat Club“ eröffnet.

          Sexauer brachte es als ausgesprochen lässig auftretender Moderator zum Jugendidol, weil er englischsprachige Interpreten im Radio und dann im Fernsehen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorstellte. Er war so etwas wie ein Disc-Jockey, der aber eben nicht Peter Alexander oder Heino oder Schlager- und Heimatmusik auflegte, die auch heute noch zum Repertoire von ARD und ZDF zählt.

          In den Achtzigern: Punkfürstin Gloria von Thurn und Taxis mit dem Moderator Manfred Sexauer
          In den Achtzigern: Punkfürstin Gloria von Thurn und Taxis mit dem Moderator Manfred Sexauer : Bild: NDR/Tangram Film/Manfred Sexauer

          Was heute die Regel ist – Musik vornehmlich aus der englischsprachigen Welt -, war seinerzeit ein Novum. Das Format nannte sich „Beat-Sendung“ und war für das konservativ-bildungsbürgerliche Publikum eine Provokation. Ohne Sendungen wie die von Sexauer hätte der öffentlich-rechtliche Rundfunk schon vor vierzig Jahren den Kontakt zu einem jüngeren Publikum verloren. Die kleinen ARD-Sender, die heute besonders unter finanziellen Nöten leiden, taten sich damals als Trendsetter hervor: Radio Bremen und der Saarländische Rundfunk.

          1930 in Baden-Baden geboren, war Sexauer nach Abitur, Schauspielausbildung und einigen Jahren auf Bühnen in Baden-Baden, Freiburg und Karlsruhe 1964 als Moderator zum Saarländischen Rundfunk gestoßen. 1964 startete zugleich die Europawelle Saar, mit der  Sexauer über die Landesgrenzen hinweg Bekanntheit erlangte. Dann kam das Fernsehen, kam der „Beat-Club“ und der „Musikladen“.

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