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Urteil gegen Google : Der Größenwahn des Digitalgiganten

Ein Konzern, ein Internet: Um die Dominanz von Google zu brechen, reicht ein Gerichtsurteil nicht aus. Bild: AFP

Das Europäische Gericht hat die Strafe von 2,4 Milliarden Euro wegen Missbrauchs der Marktmacht gegen Google bestätigt. Das kann nur der Anfang sein.

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          Was für eine Summe, wer hat sich das denn ausgedacht? So lautete der Tenor manch hämischen Erstaunens, als die Verwertungsgesellschaft Corint Media Google kürzlich 420 Millionen Euro für die Nutzung von Presseinhalten in Rechnung stellte.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Die Summe gründet auf das Leistungsschutzrecht der Verlage. „Wir halten uns an das Gesetz und orientieren uns an Fakten, nicht an haltlosen Forderungen. Corint ignoriert, dass Google erheblichen Mehrwert für Verlage schafft und keine nennenswerten Einnahmen mit Nachrichteninhalten erzielt“, lautete die hochmütige Antwort des Digitalmonopolisten, die uns zwischenzeitlich erreichte. (Google frühstückt die Ansprüche von Verlagen bekanntlich lieber im Einzelverfahren mit Peanuts ab.)

          Doch manchmal kommt Hochmut doch vor dem Fall: Das Europäische Gericht hat die 2017 von der EU-Kommission gegen Google verhängte Strafe über 2,4 Milliarden Euro bestätigt, weil der Konzern in der Suche seinen eigenen Preisvergleichsdienst bevorzugt. Das Urteil kann Google vor dem Europäischen Gerichtshof anfechten, vorläufig aber geht es in die richtige Richtung und weist aus, wie Google Abermilliarden verdient: durch Missbrauch seiner Marktmacht.

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