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Kommt der UKW-Blackout? : Die haben keine Antennen dafür

Sie schweigen schon lange: die Kofferradios im privaten Rundfunkmuseum in Luckenwalde Bild: dpa

Investoren haben mehr als siebenhundert UKW-Anlagen gekauft. Sie erhöhen die Preise für deren Nutzung um etwa ein Drittel. Viele Radiosender können sich das nicht leisten. Droht ein „Blackout“?

          5 Min.

          Es geht ums Geld. Und um Millionen von Radiogeräten, die von Juli an schweigen könnten. Gestritten wird auf dem Rundfunkmarkt gerade massiv und mit harten Bandagen („UKW-Blackout“) darum: Siebenhundert UKW-Antennen, deren räumliche Position an Funktürmen nicht verändert werden kann, weil diese eng mit den jeweiligen Frequenzen zwischen 87,5 MHz und 108 MHz verknüpft ist, sind von der ehemaligen Telekom- und jetzigen Freenet-Tochter Media Broadcast verkauft worden. Einst beherrschte das Unternehmen mit dem Betrieb der Antennen den UKW-Markt. Weil es als Monopolist durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) reguliert wurde und sich künftig lieber dem Geschäft mit DVB-T2 sowie dem Digitalradio (DAB+) widmen will, entschloss sich die Konzernspitze Ende 2017 dazu, die Antennen an etwa dreißig Unternehmen, darunter Radiosender ebenso wie völlig branchenfremde Finanzinvestoren, zu verkaufen.

          Axel Weidemann

          Redakteur im Feuilleton.

          Einige der neuen Eigner – darunter die Aeos Infrastruktur GmbH (Solingen), die Baum Broadcast GmbH (Köln), die Deutsche UKW Infrastruktur- und Vermarktungs GmbH (Bad Kreuznach), die KIO Vermögensverwaltungs GmbH (München) und die MILACO GmbH (Köln) – forderten nun, da eine Regulierung vom Tisch schien, von den zwei wichtigsten unabhängigen Betreibern des Sendenetzes, Divicon und Uplink, die für die Verbreitung der Radioprogramme zuständig sind, mehr Geld. Die Miete für die Nutzung der Antennen soll im Schnitt um 32 Prozent steigen.

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