https://www.faz.net/-gqz-95jej

Sperrung aufgehoben : Titanic darf wieder twittern

Teile der Parodie dieser Politikerin könnten die Bevölkerung verunsichern. Bild: Reuters

Twitter gibt nach – und den „Titanic“-Twitteraccount wieder frei. Das Satiremagazin dankt für die Dauer des Verfahrens und will nach Beatrix von Storch einer weiteren unterdrückten Stimme Deutschlands ein Forum geben.

          Achtundvierzig Stunden lang war der Twitter-Account des Satiremagazins gesperrt, nun haben die Administratoren wieder Zugang gewährt bekommen. Mindestens fünf Tweets aus den Monaten Dezember und Januar bleiben jedoch in Deutschland geblockt, so „Titanic“ in einer Pressemeldung. Darunter befänden sich Meldungen über den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz, der bei „Titanic“ gern unter der Bezeichnung „Baby-Hitler“ firmiert, Tweets über die Polizei Sachsen und parodistische Tweets einer falschen Beatrix von Storch. Ihr hatte „Titanic“ nach der Sperrung ihres eigenen Accounts wegen volksverhetzender Aussagen großzügig eine Gastrolle angeboten, und einer der satirischen Storch-Tweets sorgte auch ursächlich für die Sperrung.

          Frohe Kunde aus San Francisco

          „Wir sind froh, dass Twitter das so bürokratisch und langsam geregelt hat und uns die Chance lässt, auf unserem eigenen Account weiter gegen Twitter vorzugehen“, äußert sich Chefredakteur Tim Wolff in einer Pressemeldung. Denn das Magazin wolle sich weiter „gegen Sperrungen wehren, die seit des Inkrafttretens des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) neben TITANIC auch andere Satiriker/innen betreffen“. Das meint witzelnderweise Politiker wie eben Beatrix von Storch, hat aber einen durchaus ersten Hintergrund. Soziale Netzwerke haben seit jeher ein Problem, tatsächliche Hetze von der Parodie einer solchen zu unterscheiden.

          Um 0.33 Uhr sei die frohe Kunde per E-Mail aus San Francisco in Frankfurt eingetroffen. Bis dahin habe man die Zeit jedoch gut genutzt, so Wolff, „um in der Redaktion wieder zwischenmenschlich zueinander zu finden und klassische Sachen wie Bücher wieder zu entdecken." Auch deshalb hat sich die Redaktion entschlossen, sich der konservativen Revolution von Alexander Dobrindt anzuschließen und dem CSU-Politiker nach dem Gastspiel von Beatrix von Storch als ebenfalls unterdrückter Stimme Deutschlands auf dem Titanic-Account ein Forum zu bieten.

          Der inkriminierte Storch-Gasttweet.

          Weitere Themen

          Folge 6: Räucherfisch hausgemacht Video-Seite öffnen

          Molekularküche-Videoreihe : Folge 6: Räucherfisch hausgemacht

          Ein Topf, Sägespäne und etwas Tabak genügen, um Fisch, Fleisch, Käse oder Eier auf dem eigenen Herd zu räuchern. Diese alte Garungs- und Konservierungstechnik hat viele Vorteile und gelingt leicht.

          Topmeldungen

          Die Fregatte „Augsburg“ der deutschen Marine wird sich 2019 nicht mehr an der Operation „Sophia“ im Mittelmeer beteiligen. Der Marine fehlt es an Schiffen.

          Nato verliert Vertrauen : Die deutsche Marine ist auf Grund gelaufen

          Vier neue Fregatten sollte die Bundeswehr bekommen. Das wurde vor zwölf Jahren beschlossen – bis heute hat sie keine davon. Doch das ist nicht das einzige Problem. Die Nato-Verbündeten stöhnen schon. Eine Analyse zur deutschen Marine.

          Wissenschaftlich abgedriftet : Was treibt die Lungenärzte an?

          Ärzte als Aktivisten, warum nicht? Aber eine Unterschriftenliste gegen die Gesundheitsvorsorge, die noch dazu das Vertrauen in die Forschung untergraben soll – das wirft Fragen nach der Wissenschaftlichkeit des Vorstoßes auf.

          Machtkampf in Venezuela : „Mein Bruder Maduro! Bleibe standhaft“

          Der venezolanische Parlamentspräsident Juan Guaidó hat sich selbst zum Interimspräsidenten erklärt – und wurde prompt von Donald Trump anerkannt. Auch Emmanuel Macron stellt sich hinter ihn. Doch auch Nicolás Maduro hat Unterstützer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.