https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/twitter-gibt-account-von-titanic-wieder-frei-15374971.html

Sperrung aufgehoben : Titanic darf wieder twittern

Teile der Parodie dieser Politikerin könnten die Bevölkerung verunsichern. Bild: Reuters

Twitter gibt nach – und den „Titanic“-Twitteraccount wieder frei. Das Satiremagazin dankt für die Dauer des Verfahrens und will nach Beatrix von Storch einer weiteren unterdrückten Stimme Deutschlands ein Forum geben.

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          Achtundvierzig Stunden lang war der Twitter-Account des Satiremagazins gesperrt, nun haben die Administratoren wieder Zugang gewährt bekommen. Mindestens fünf Tweets aus den Monaten Dezember und Januar bleiben jedoch in Deutschland geblockt, so „Titanic“ in einer Pressemeldung. Darunter befänden sich Meldungen über den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz, der bei „Titanic“ gern unter der Bezeichnung „Baby-Hitler“ firmiert, Tweets über die Polizei Sachsen und parodistische Tweets einer falschen Beatrix von Storch. Ihr hatte „Titanic“ nach der Sperrung ihres eigenen Accounts wegen volksverhetzender Aussagen großzügig eine Gastrolle angeboten, und einer der satirischen Storch-Tweets sorgte auch ursächlich für die Sperrung.

          Frohe Kunde aus San Francisco
          Frohe Kunde aus San Francisco : Bild: Screenshot: Titanic
          Andrea Diener
          Korrespondentin im Main-Taunus-Kreis

          „Wir sind froh, dass Twitter das so bürokratisch und langsam geregelt hat und uns die Chance lässt, auf unserem eigenen Account weiter gegen Twitter vorzugehen“, äußert sich Chefredakteur Tim Wolff in einer Pressemeldung. Denn das Magazin wolle sich weiter „gegen Sperrungen wehren, die seit des Inkrafttretens des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) neben TITANIC auch andere Satiriker/innen betreffen“. Das meint witzelnderweise Politiker wie eben Beatrix von Storch, hat aber einen durchaus ersten Hintergrund. Soziale Netzwerke haben seit jeher ein Problem, tatsächliche Hetze von der Parodie einer solchen zu unterscheiden.

          Um 0.33 Uhr sei die frohe Kunde per E-Mail aus San Francisco in Frankfurt eingetroffen. Bis dahin habe man die Zeit jedoch gut genutzt, so Wolff, „um in der Redaktion wieder zwischenmenschlich zueinander zu finden und klassische Sachen wie Bücher wieder zu entdecken." Auch deshalb hat sich die Redaktion entschlossen, sich der konservativen Revolution von Alexander Dobrindt anzuschließen und dem CSU-Politiker nach dem Gastspiel von Beatrix von Storch als ebenfalls unterdrückter Stimme Deutschlands auf dem Titanic-Account ein Forum zu bieten.

          Der inkriminierte Storch-Gasttweet.
          Der inkriminierte Storch-Gasttweet. : Bild: Titanic

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