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TV-Kritik: Sandra Maischberger : Fremdkörper im Weißen Haus

  • -Aktualisiert am

Die Runde bei Sandra Maischberger müht sich zu verstehen, was gerade in Washington passiert. Bild: WDR/Max Kohr

Donald Trump ist kein Politiker – und wird doch Präsident Amerikas. Bei Sandra Maischberger versucht man deshalb erst einmal zu verstehen, was gerade in Washington passiert.

          Vor acht Jahren blickte die Welt voller Vorfreude nach Washington. Niemand interessierte sich für den scheidenden Präsidenten, alle waren fasziniert von dessen Nachfolger Barack Obama. Die Vereinigten Staaten wurden wieder zum Hoffnungsträger für die drängendsten Probleme der Welt, so schien es für einen historischen Moment.

          Damalige Hinweise auf die Eingebundenheit des neuen Präsidenten in ein komplexes System aus „checks and balances“ konnten an dieser positiven Erwartungshaltung wenig ändern. Die Aura eines amerikanischen Präsidenten als „mächtigsten Mann der Welt“ und das Charisma des neuen Amtsinhabers prägten die öffentliche Wahrnehmung mehr als das auf Machtbegrenzung ausgelegte politische System.

          Obama hatte später mit diesen Erwartungen zu kämpfen, als er in der Realität Washingtons angekommen war. Selbst die erreichten Fortschritte erschienen als unzureichend, weil er eben doch nicht alles konnte.

          Ein Prinz aus Hollywood

          Vom neuen Präsidenten Donald Trump erwartet man einen Tag vor seiner Amtseinführung nichts, wenigstens nichts Positives. Er wirkt wie ein Usurpator, wenn auch demokratisch legitimiert. Trump erscheint als ein Fremdkörper, der es seltsamerweise in das Weiße Haus geschafft hat.

          Entsprechend versuchten sich die Gäste gestern Abend in der Sendung von Sandra Maischberger einen Reim auf ihn zu machen. Trump, so kann man das zusammenfassen, ist kein Politiker. Politik wäre nämlich ein Geschäft, wie es Frederic Prinz von Anhalt ausdrückte. Dieser machte in Hollywood an der Seite der jüngst verstorbenen Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor als Ehemann Karriere. Er kennt Trump persönlich, gehörte zu seinen Unterstützern im Wahlkampf und ist zur Amtseinführung am Freitag eingeladen. Der Prinz von Anhalt hofft wegen seiner guten Kontakte zur neuen Regierung auf die Bestellung zum Generalkonsul in Deutschland. Dieser hätten wohl zum Glück „nichts zu tun“ und ginge lediglich auf Partys, so seine Vermutung.

          Nun waren auch frühere Präsidenten bestimmt nicht immer glücklich mit allen Unterstützern - und Geldgebern. Botschafterposten wurden auch früher schon als Belohnung für treue Dienste im Wahlkampf vergeben. Aber der deutsche Prinz brachte jene Mentalität zum Ausdruck, die ab Samstag im Weißen Haus residieren wird. Trump ist ein Mann, der beschloss, kein Politiker zu werden. Seine Sozialisation machte ihn zu einer Synthese aus Geschäftsmann und Entertainer.

          Mit dieser Prägung wird er auch als Präsident handeln. Die frühere Washington-Korrespondentin der ARD, Tina Hassel, beschrieb Trumps Persönlichkeitsstruktur entsprechend als narzisstisch: „Er teilt alles in Menschen, die ihn lieben und welche, die ihn nicht lieben. Wenn das nicht so verletzend und so verachtend wäre, dann wäre das vielleicht interessant.“

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