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TV-Kritik Sandra Maischberger : Die Schwäche der Anderen

  • -Aktualisiert am

Sandra Maischberger mit Gästen ihrer Sendung Bild: WDR/Max Kohr

Bei Frau Maischberger begannen die Feierlichkeiten zum Amtsjubiläum der Bundeskanzlerin. Die anwesende politische Konkurrenz gab dabei Antworten auf eine Frage: Warum ist Frau Merkel immer noch im Amt?

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          Es gibt ein untrügliches Zeichen, wenn die Karriere eines Bundeskanzlers vorbei ist. Es wird dann nur noch Gutes über sie gesagt werden, selbst vom politischen Gegner. Dieses Schicksal erlitten alle Vorgänger Angela Merkels, sogar Ludwig Erhard und Kurt-Georg Kiesinger, wenn diese beiden Kanzler der 1960er Jahre auch weitgehend aus der Erinnerung der Deutschen verschwunden sind. Dieses Schicksal muss Frau Merkel nicht fürchten, wie gestern Abend deutlich wurde. Sie ist schließlich die erste Frau in diesem wichtigsten deutschen Staatsamt. Das bleibt.

          Aber was sonst noch? Etwas voreilig diskutierten darüber vier parteipolitische Gegner der Kanzlerin, zusammen mit der stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Julia Klöckner und dem früheren Spiegel-Journalisten Nikolaus Blome. Der Anlass ist das zehnjährige Amtsjubiläum der Kanzlerin im September diesen Jahres, um sich wieder einmal mit ihrem „Erfolgsgeheimnis“ zu beschäftigen. Das hat etwas mit dem Zustand der anderen Parteien zu tun, so musste man der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht zustimmen. Sie formulierte es nur anders. Die bisherigen Herausforderer der Kanzlerin seien „schwach“ gewesen und eine „politische Alternative“ zu einer von CDU/CSU geführten Bundesregierung habe bisher nicht existiert.

          Warum das so ist, wurde an der eingeladenen politischen Konkurrenz deutlich. Frau Wagenknecht etwa steht für ein intellektuelles Politikverständnis, das zwar manche kluge Analyse zu bieten hat, aber ansonsten jeglicher politische Relevanz verlustig geht. Denn alles, was nicht ihren Positionen entspricht, wäre für Frau Wagenknecht wohl nicht verhandelbar. Sie ist somit das genaue Gegenteil der Kanzlerin, die sprichwörtlich alles für verhandelbar hält, solange es der Sicherung ihrer politischen Macht dient. So sieht auch Ralf Stegner die Kanzlerin. Er ist der stellvertretende Parteivorsitzender der SPD.

          Biedermeier unter der Flagge des Regenbogens

          Deren Lage ist aber kaum besser zu nennen als die von Frau Wagenknechts Linke. Die SPD leidet bis heute an dem Verlust jenes Wählerpotentials, das sie mit der Durchsetzung der „Agenda 2010“ ihres Kanzlers Gerhard Schröder verloren hat. Die Unmöglichkeit einer Koalition mit der Linken führt zu dem Paradoxon als Partei keine Machtoption mehr zu haben, außer mit der bisherigen Kanzlerin weiter zu regieren. Da nützt es auch wenig, auf die Verdienste der Sozialdemokraten in der Großen Koalition hinzuweisen. Oder gar die Kanzlerin für ihre inhaltliche Beliebigkeit zu schelten, wie es Stegner praktizierte. Das hilft alles nichts, weil „Erfolge und Misserfolge einer Regierung der Kanzlerin zugerechnet“ werden, so formulierte es Blome. Die meisten Wähler hätten außerdem den Eindruck, dieses Land sei heute in einer besseren Verfassung als noch vor zehn Jahren. Zudem konnten bisherige Krisen gut bewältigt werden. Weil es somit kaum Misserfolge gegeben hat, so die Schlussfolgerung, gab es bisher auch keinen Grund zum Regierungswechsel. Warum soll man etwa SPD oder Linke wählen? Beide vermitteln nicht den Eindruck, sie könnten ohne die Kanzlerin etwas besser machen.

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