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TV-Kritik: Hart aber fair : Welcher Islam? Und was will Pegida?

  • -Aktualisiert am

Auf der Pegida-Demonstration gedachte man auch der Opfer des Terroranschlags auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Bild: dpa

„Der Islam gehört zu Deutschland“, so formuliert es die Kanzlerin. Genauso wie Pegida. Wir wissen nur noch nicht, welcher Islam, und genauso wenig, was Pegida eigentlich will. Die Frage ist, ob das allen Beteiligten klar ist.

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          Der Bundesfinanzminister hat in schon im vergangenem Jahr die berühmte „Schwarze Null“ erreicht. Der erste Etat seit 1969, der ohne Neuverschuldung auskommt. Keine Fanfare, kein Tusch. Keine Forderungen aus der Opposition, die neugewonnenen Spielräume für Investitionen zu nutzen. Dafür wird Wolfgang Schäuble bei Frank Plasberg mit etwas anderem zitiert. Nämlich ob man die Polizei und die Geheimdienste nicht durch die andauernde Kritik zu sehr verunsichert habe, um „unsere Freiheit zu gewährleisten“.

          Der heutige Finanzminister war bekanntlich auch Innenminister gewesen. Warum sich aber für den Finanzminister und seinen Haushalt niemand interessiert? Weil alle nur noch auf zwei Zahlen starren. Wie viele Demonstranten bringt Pegida in Dresden an diesem Montag auf die Beine? Und wie sieht es bei den Gegendemonstrationen aus?

          Aus Zahlen ergibt sich politische Dynamik

          Plasberg machte es so spannend, wie beim europäischen Sängerwettstreit. Erst muss man sich die Musik anhören, dann werden am Schluss die Punkte verteilt. Dabei versicherten alle Gäste treuherzig, diese Zahlen nicht überbewerten zu wollen. Was natürlich gelogen ist, weil kaum noch etwas anderes interessiert. Aus den Zahlen ergibt sich die politische Dynamik. Nur weil Pegida immer noch expandiert, ist sie ein Thema für die Medien.

          Dresden : Pegida marschiert wieder

          Gestern Abend waren laut Polizeiangaben 25.000 Menschen in Dresden, um gegen ein Schlagwort namens Islamisierung zu demonstrieren. In Dresden waren 8.000 Pegida-Gegner auf der Straße. Insgesamt konnte Pegida in Deutschland 30.000 Menschen mobilisieren, deren Gegner knapp 100.000. Wobei allein in Leipzig 30.000 Gegendemonstranten unterwegs waren. Die These von der Ost-West-Spaltung in der Pegida und No-Pegida Bewegung ist damit erst einmal widerlegt.

          Beide Seiten sind als kommunizierende Röhren zu verstehen. Sie hängen voneinander ab, weil die zunehmende Polarisierung den Erfolg der anderen Seite braucht, um selber mobilisieren zu können. Erst die Abgrenzung von der jeweils anderen Seite motiviert die eigene Anhängerschaft. Nur worum geht es eigentlich inhaltlich? Darüber sollte die Sendung unter dem Titel „Der Hass und die Folgen – spaltet der Terror das Abendland?“ Auskunft geben.

          Vor einem Jahr hätte man noch die Verwendung des Begriffs Abendland für einen Scherz gehalten. Kein Scherz ist dessen Kombination mit den fürchterlichen Morden in Paris. Eigentlich müssten alle Beteiligten an diesem Montag, Plasberg betonte das mehrmals, noch ganz unter dem Eindruck dieser Anschläge in Frankreich stehen. Nur war davon nichts mehr zu spüren, außer beim Moderator. Alle waren schon längst wieder in dem politischen Normalzustand gewechselt.

          CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer betonte, Pegida habe inhaltlich nichts mit den Anschlägen in Paris zu tun.
          CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer betonte, Pegida habe inhaltlich nichts mit den Anschlägen in Paris zu tun. : Bild: dpa

          Auch wenn Pegida inhaltlich nichts mit den Anschlägen zu tun hat, wie der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer betonte. Die Ereignisse in Paris wurden nur aus einem Blickwinkel betrachtet. Durften Pegida-Unterstützer einen Trauerflor für die ermordeten Journalisten tragen? Oder ist das nicht verlogen, wenn man noch in der Woche zuvor Journalisten als Lügenpresse beschimpfte, so Katrin Göring-Eckardt, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag.

          Deren Kontrahentin, die sächsische AfD-Vorsitzende Frauke Petry, wies diese Vorwürfe zurück. Sie sah viele Vorurteile gegen die Demonstranten am Werk. Politik und Medien hätten bisher vor allem mit Vorverurteilungen gearbeitet, ohne jede Bereitschaft, sich die mittlerweile berühmten Sorgen und Nöte der Menschen anzuhören.

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