https://www.faz.net/-gsb-7p95e

Panne beim „Quizduell“ der ARD : Diese Show wurde gehackt

  • -Aktualisiert am

Verbündet mit der „Bild“-Zeitung: Moderator Jörg Pilawa Bild: dpa

Die neue Show von Jörg Pilawa im Ersten ging gleich zum Start erst einmal baden. Ein Hacker soll schuld daran sein. Ob das stimmt? Es war jedenfalls ein schönes Desaster.

          1 Min.

          Eigentlich wollte die ARD endlich ihr Vorabendprogramm für das ganz junge Publikum attraktiv machen. Interaktiv sollte das bei Smartphone-Nutzern so beliebte „Quizduell“ auf dem Sendeplatz von „Verbotene Liebe“ den Start in eine neue TV-Ära ebnen – moderiert vom zum Ersten „heimgekehrten“ Jörg Pilawa. Doch dann passierte etwas, das senderintern schon als Supergau bezeichnet wird. Der Server, auf dem sich 173 000 User zum Quizduell mit einer vierköpfigen Lehrertruppe im Studio angemeldet hatten, brach Punkt 18.01 Uhr zusammen.

          „Da hat wohl einer den Server gehackt“, verriet Pilawa während der Livesendung und ließ die Lehrer-Kandidaten  gegen das Studiopublikum spielen. Was natürlich ein wenig lächerlich war, denn eigentlich hieß es ja, die Pädagogen sollten gegen Deutschland antreten. Nun waren es nur eine Handvoll Gäste im Studio. „Wir machen jetzt eben wieder Fernsehen der achtziger Jahre“ versuchte Pilawa den dank des Technik-Handicaps mäßig spannenden Auftakt des „Quizduells“ zu entschuldigen.

          Doch noch schlimmer war, dass dann sogar das Studiopublikum in Rage geriet, als offensichtlich wurde, dass selbst die im Studio vom Publikum per Knopfdruck gewünschten Themengruppen nicht gespielt wurden. „Glaube und Religion“, habe man nachweislich nicht gewünscht, ließ ein Gast Pilawa wissen und der flüchtete sich in die fadenscheinige Entschuldigung, wahrscheinlich sei nun auch der Studiocomputer gehackt worden. Ein Besuch Pilawas in den Publikumsreihen endete desaströs. Auf die Frage, was er denn glaube, wo der Maler Peter Paul Rubens geboren sei, antwortete der Mann, der zur Rechten Pilawas saß: „Weiß ich nicht, ich hab nichts gedrückt.“ Der Studiogast, den Pilawa links neben sich hatte, meinte:  „Mechelen“. Warum? „Kein Ahnung, einfach so.“ Richtig wäre Siegen gewesen, was aber auch die versammelten Lehrer nicht wussten, die auf Antwerpen getippt hatten.

          Dann wiederum verriet eine Lehrerin aus dem Publikum, sie habe absichtlich die falsche Antwort gedrückt, damit mehr Geld für den guten Zweck übrig bleibe. 22 000 Euro standen am Ende zu Buche. Gewonnen hatte knapp „Deutschland“, nicht die Lehrer, die auf die Frage für welches Gebäude Orangenhälften als Vorbild gedient hätten, „Sagrada familia“ antwortete, dabei wäre „Oper von Sydney“ richtig gewesen. Woran die Auftaktpanne wirklich lag, war am Montagabend nicht seriös zu beantworten. Bei der Partnerfirma, die der ARD die Computerlogistik zur Verfügung stellte, war jedenfalls niemand zu erreichen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Zum Tod von Diego Maradona : In den Händen Gottes

          Bei der WM 1986 wurde er in Argentinien zum Heiligen. Er war einer, der es nach ganz oben schaffte. Nun muss die Fußball-Welt sich von einem ihrer größten Spieler verabschieden: Im Alter von nur 60 Jahren ist Diego Armando Maradona gestorben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.