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Böhmermanns „Wetten, dass..?“ : Jan der Clown

  • Aktualisiert am

Eine Mischung aus Hommage und Bewerbung wollte Böhmermann liefern. Das hat nicht ganz geklappt Bild: dpa

Eine „Verarsche-Show“ wolle er nicht machen, sagte Jan Böhmermann vor seiner Version von „Wetten, dass..?“. Doch genau das ist es geworden. Sogar der Ton quietscht.

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          Der hibbelige Satiriker Jan Böhmermann moderiert seine Version der großen alten Fernsehtante „Wetten, dass..?“ - und dabei passt so wenig zusammen wie die Töne am Anfang der Show. Zur Eurovisionshymne fliegen die Sterne ins Bild, es quietscht, dann springt der Ton wie im Rap. Vollmundig kündigt die Stimme aus dem Off an: „Europas größte Unterhaltungsshow für die ganze Familie ist wieder da: „Wetten, dass..?“.“

          Dabei hatte das ZDF in den Tagen vor der Ausstrahlung auf dem Spartensender ZDFneo betont: Es handele sich um eine Folge von Böhmermanns „Neo Magazin Royale“, nicht um eine Wiederbelebung der Samstagabend-Show, die vor zwei Jahren eingestellt worden war. Böhmermann machte sich trotzdem am Donnerstag an seine Adaption des Formats: mit vielen Gästen, mit der Couch, mit Wetten - die aber allesamt nicht echt waren.

          Zahlreich waren die Anspielungen an die „Wetten, dass..?“-Jahre mit Thomas Gottschalk. So trug Böhmermann silberne Glitzerschuhe, weil auch Gottschalk oft durch seine Outfits auffiel. Auf dem Tisch standen Süßigkeiten, allerdings diesmal keine Gummibärchen, sondern Gelee-Bananen und Sahne-Bonbons. Und Böhmermann schlug seinen Gästen mit seinen Moderationskarten auf die Schenkel. Auch Gottschalk war bekannt dafür, seine Interviewpartner oft anzufassen.

          Die erste angekündigte Wette: eine reine Luftnummer. Böhmermann fragte, ob alle ihre Handys ausgeschalten hätten. „Wir haben später noch eine Wette, in der ein Kind mit zwei Galaxy Note 7 Waffeln backt.“ Die tatsächliche Wette lautete dann so: Bruno Dröse aus Geilenkirchen wettet, dass er seine Ehefrau mit Hilfe eines Baggers zum Orgasmus bringen kann. Das konnte er natürlich nicht, dafür demolierte er aber ein Auto.

          Hinter dem beigen, halbrunden Sofa hing während der Show ein Bild von Frank Elstner, dem ersten Moderator und Erfinder von „Wetten, dass..?“. Davor tauschten die Gäste Erwartbares aus. Mit dem deutsch-türkischen Rapper Eko Fresh redete der 35-Jährige über die deutsch-türkische Freundschaft, mit Topmodel Eva Padberg über ihre Körpergröße und mit CDU-Politiker Jens Spahn über mögliche Koalitionen im Bundestag. Als der Schweizer Musiker DJ Bobo neben Padberg saß, meinte Böhmermann: „Ich trenne euch ganz kurz mal aus Sicherheitsgründen.“

          Zwischendrin ließ Böhmermann nicht unerwähnt, dass er vor einem halben Jahr mit seinem Gedicht „Schmähkritik“ den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erbost hatte. Schon zu Beginn der Sendung sagte er: „Ich wette, dass ich es in den nächsten 90 Minuten schaffe, keine Staatskrise auszulösen, meine Damen und Herren.“ Eko Fresh trug ein T-Shirt mit einer deutschen und einer türkischen Flagge und einem Herz; Böhmermann hielt sich das gleiche Shirt lachend vor die Brust.

          Natürlich mussten einige Gäste, so war das ja auch früher, vor dem Ende der Sendung schon gehen. Sie bekamen lieblos einen Blumenstrauß in die Hand gedrückt. Nach einer Dreiviertelstunde war dann für alle Schluss, denn der Sendeplatz des „Neo Magazin Royale“ ist nur so lang. Doch die Show ist noch nicht vorbei - der Rest soll in der kommenden Woche gezeigt werden. Böhmermann sagte am Ende zu seinen Gästen: „Ihr bleibt eine Woche hier.“ Sie könnten sich ja noch Pizza bestellen.

          Eigentlich sollte die Sendung, so formulierte das Böhmermann, „eine Mischung aus Hommage und Bewerbung“ sein. Er wolle gerne zwölf Sendungen im kommenden Jahr moderieren. Die Sendung vom Donnerstag wolle er zusammen mit einem Lebenslauf beim ZDF einreichen in der Hoffnung, dass er im kommenden Jahr den Samstagabend bekommt.

          Um den Eindruck zu verstärken, er meine es wirklich ernst, hielt Böhmermann Moderationskarten in der Hand, auf der seiner Aussage nach die Abschlussrede von Gottschalk bei dessen letzter „Wetten, dass..?“-Sendung stand. Damals hatte Gottschalk gesagt: „Unterhaltung muss man nicht ernst nehmen. Ich sage Ihnen: Auch ich habe mich nie ernster genommen, als das, was ich für Sie präsentiert habe.“

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