Fernsehkritik: „Maischberger“ :
Gekonnt am Kitsch vorbei

Lesezeit: 4 Min.
Sandra Maischberger hört ihren Gästen zu, das zeigt sich auch beim Thema „Politik und Krankenkassen“. Dadurch kommt sie ihren Gästen nahe und entlockt ihnen Intimes. Die peinliche Seelenschau der Pseudo-Psychologen hat sie nicht nötig.

Talkshows sind manchmal so besetzt, dass sie Gefahr laufen, zum Tribunal zu werden. Vier oder fünf Ankläger stehen einem Angeklagten gegenüber, der sich nur schwer gegen die geballten Vorwürfe wehren kann. Auch die jüngste Ausgabe von „Menschen bei Maischberger“ war von der Redaktion so zusammengesetzt. Drei Betroffene mit schweren Erkrankungen oder ihre Angehörigen berichteten von ihren unangenehmen und kräftezehrenden Scherereien mit ihrer Krankenkasse. Unterstützt wurden sie von einer Vertreterin des Sozialverbands VdK, die als Kronzeugin auftrat, um die angebliche Systematik solcher Fälle zu beschreiben. Ihnen stand als Repräsentant der Krankenkassen der Sprecher des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung Florian Lanz gegenüber. Allein auf weiter Flur.

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