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TV-Kritik: „Anne Will“ : Warten auf die ganz andere Idee

Anne Will diskutiert in ihrer Sendung am 28. Februar 2021 mit ihren Gästen über die Frage: „Die große Ratlosigkeit – gibt es einen Weg aus dem Dauer-Lockdown?“ Bild: NDR/Wolfgang Borrs

Anne Will setzt auf den Schlauberger-Effekt, wenn sie ihre Gäste nach Wegen aus dem Lockdown fragt. Sie diskutieren innovative Apps und ethische Expertisen. Und versuchen Merkels Inzidenz-Maxime zu widerlegen.

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          Die Zurichtung von Talkshows muss natürlich auf den Schlauberger-Effekt setzen, wenn das Pandemie-Thema weiter herhalten und etwas abwerfen soll. Zum Schlauberger-Effekt gehört die Erwartung, dass es die eine Idee, den einen Einfall gibt, den es nur zu formulieren gilt, um das gesamte bisherige Corona-Regime über den Haufen zu werfen. Das steckt als meta-kommunikatives Bedürfnis grundsätzlich hinter den vermehrten Stimmungsbefunden, denen zufolge jetzt endlich das ganz Andere her müsse – nämlich die Berichtigung von Merkels Sichtfahrerei entlang von Inzidenzwerten.

          Christian Geyer-Hindemith
          (gey), Feuilleton

          Genauso, als der Durchbruch des ganz Anderen, wurden unter der Überschrift „Die große Ratlosigkeit – gibt es einen Weg aus dem Dauer-Lockdown?“ zunächst auch bei „Anne Will“ die Positionen in Stellung gebracht: Christiane Woopen, Kölner Ethik-Gelehrte und Vorsitzende des Europäischen Ethikrats, sowie Smudo, Rapper der „Fantastischen Vier“ und Mitentwickler der Luca-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten, kamen im Stil von Hölderlins Patmos-Hymne daher: Wo aber Gefahr ist, wachse das Rettende auch. Dann zeige sich, so der Tenor, nämlich nicht nur ein Weg aus dem Lockdown, sondern endlich auch ein solcher Weg, der „sicher“ zu sein verspricht und damit den magischen Klang des Wortes „Perspektive“ mit sich führt (als verdienten nur solche Ausblicke den Namen „Perspektive“, die auch jede künftige Gegenwart wie die je aktuell erfahrbare Gegenwart behandeln).

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