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TV-Kritik: Maischberger : Die Zeit könnte reif sein für den Veggieday

  • -Aktualisiert am

Sandra Maischberger und ihre Gäste. Nicht im Bild ist Hubertus Heil. Bild: WDR/Max Kohr

Sandra Maischbergers neues Format hat an Form gewonnen. Das liegt an überraschenden Konstellationen und unverhofften Erinnerungen. Die Mischung wird endlich kritisch.

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          Den Auftakt macht die Halbzeitbilanz der Bundesregierung. Sie habe mehr erreicht, als zu erwarten gewesen sei, bescheinigt sie sich selbst. Woran liegt es, dass die öffentliche Wahrnehmung anders ausfällt? Hat das Bundespresseamt versagt? Funktioniert politische Werbung nicht mehr? Die politische Meinungsbildung wirkt heute entspannter als etwa zu Sabine Christiansens Zeiten vor 20 Jahren, obschon die Lage gewiss nicht einfacher geworden ist.

          Der ehemalige „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust bemängelt, dass sich die Regierung von einer Oppositionspartei treiben lasse und trotzdem die richtigen Themen nicht anpacke. Lange Amtszeiten findet er bedenklich. Zwei Legislaturperioden reichten für eine Kanzlerschaft. Moderator Johannes B. Kerner findet die politische Performanz der Bundesregierung grottenschlecht. Wer solche Partner habe, brauche keine Feinde.

          Der Unternehmer Dirk Rossmann sieht das anders. Wer auf der Bremse stehe, komme nicht voran. Besser wäre es, Ziele zu setzen und sie engagiert zu erreichen. Aktuelle Probleme eines bayerischen Fußballvereins taugen kaum als Vergleichsmaßstab. Weder in der Bundespolitik noch in der Bundesliga gibt es ein Dauerabo auf Platz eins.

          Was erklärt Wahlerfolge der AfD?

          Aust bescheinigt der Bundespolitik, sie versorge die AfD mit unbehandelten Themen. Kerner zieht eine Grenze zwischen der Partei und ihrer Wählerschaft. Was bewegt Wähler dazu, in Thüringen eine Partei zu wählen, deren Landeschef ungestraft als Faschist bezeichnet werden darf? Versuche in Thüringen, die Absage der Bundespartei an jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD zu unterlaufen, sind nicht neu. Reiner Haseloff und Michael Kretschmer kennen das aus ihren Landesverbänden. Der Denkzettel bei der Wiederwahl von Mike Mohring als Vorsitzender der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag bezeugt den Dissens. Gut wäre es, wenn der Streit darüber so geführt würde, dass die Argumente auch die Wählerschaft der AfD erreichen.

          Nun hat parteiinterner Streit also auch die CDU erfasst. Das kann man erfreulich finden, würde der Streit nicht so geführt, als wiederholte sich bloß ein Sprung auf einer Langspielplatte. Das Missverständnis, das erboste Zwischenrufe von zertifizierten Wahlverlierern auslösen, lässt sich pragmatisch beantworten. Es gibt im interessierten Publikum Sehnsucht nach großartigen politischen Reden, nur sind sie nicht zu verwechseln mit Antworten auf Machtfragen. Die werden anders gelöst. Die Große Koalition wird nicht den Fehler begehen, zur Halbzeit hinzuschmeißen. Vorgezogene Bundestagswahlen will keiner. Also wird man sich auch in noch strittigen Fragen einigen.

          Heils erfolgreiche Abwehr

          Ein Beispiel dafür gibt das Einzelgespräch mit Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil. Den Versuch von Sandra Maischberger, ihren Gast dazu zu nötigen, halbgare Sätze zu vollenden, wehrt der SPD-Politiker erfolgreich ab. Glaubhaft macht er, dass seine Partei zu viele politische Talente an ihrer Spitze vergrämt hat. Maßgeblich für eine Regierung sei, ob ihre Beschlüsse den Lebensalltag der Menschen verbessern. Der Pförtner zum ARD-Studio, in dem die Sendung aufgezeichnet wurde, dient Heil als Kronzeuge für das politische Ziel der Grundrente, das auch die Union teilen könnte.

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