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TV-Kritik: Maischberger : Die Zeit könnte reif sein für den Veggieday

  • -Aktualisiert am

Dirk Rossmann engagiert sich neuerdings für den klimapolitischen Bestseller des amerikanischen Autors Jonathan Safran Foer. Bedenkenswert findet er die Idee, an einem Tag in jeder Woche kein Fleisch zu essen. Ein Veggieday pro Woche würde allein in Deutschland neun Millionen Tonnen Treibhausgas einsparen, das entspräche 75 Milliarden Pkw-Kilometern. Renate Künast und ihrer Partei hatte die Idee des Veggiedays 2013 nicht geholfen. Rossmann will 25.000 Exemplare des Buchs verschenken. Wer das Buch haben will, solle ihm schreiben, aber dann bitte auch die Botschaft des Buches weiterverbreiten. Er versteht sein Geschenk als Signal guten Willens der Älteren an die Adresse der Enkelinnen und Enkel, die freitags auf die Straße gehen.

Zwei Damen im Ring

Das ist die Steilvorlage für einen Zweikampf zwischen Carola Rackete und FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg. Rackete erinnert daran, dass neben den verheerenden Bürgerkriegen im Mittleren Osten der Klimawandel Millionen von Menschen in die Flucht treibe. Kürzlich hat die amerikanische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez einen wissenschaftlichen Berater des Ölproduzenten Exxon befragt, der schon vor Jahrzehnten die Folgen des Klimawandels akkurat vorhergesagt hatte. Rackete will Unternehmen, die den Klimawandel maßgeblich verantworten, zur Rechenschaft ziehen. Viel Feind, viel Ehr! 2011 war sie erstmals mit Polarforschern am Nordpol. Die Wissenschaftler der Expedition seien geschockt gewesen, wie sehr die Eismasse sich verringert habe.

Teuteberg findet Angst und Rachsucht keine guten Leitmotive für politisches Handeln. Sie will mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen: Umwelt schützen, Wohlstand und Freiheit bewahren. Verzicht sei keine Predigt, die in Entwicklungsländern akzeptiert werde. Rackete will den Ökozid als Straftatbestand im Völkerrecht verankern. Teuteberg hält angemessene CO2-Preise für effektiver als das Fegefeuer. Ressourcen haben ihren Preis. Intelligentes Wachstum sei ohne ökologischen Raubbau möglich. Der nächste Klimastreiktag sei der 29. November, kündigt Rackete an.

Das Dreigestirn runzelt die Stirn. Kerner hält zivilen Ungehorsam, etwa das zeitlich befristete Blockieren von Straßen, symbolisch für hinnehmbar. Stefan Aust wundert sich darüber, dass die Bundespolitik so ein großes Thema liegen lässt. Er bezweifelt die Dramatisierung der Klimaschützer, findet es sinnvoller, das Anwachsen der Weltbevölkerung zu begrenzen. Richtige Dinge könne man auch aus falschen Gründen tun.

Dirk Rossmann nimmt Aust das Versprechen ab, Foers Buch zu lesen. Wird es Aust eines Besseren belehren? Aust hält das für möglich.

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