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TV-Kritik: „Maischberger“ : Merkel for Future?

  • -Aktualisiert am

Die Runde bei Maischberger Bild: WDR/Max Kohr

Ist Friedrich Merz der lachende Dritte in der Frage um die Kanzlerkandidatur? In der Runde um Sandra Maischberger konnte er seine Ansichten zum Umgang mit der AfD jedenfalls schon einmal kundtun. Daneben wurden unter anderem der Klimawandel und der Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke diskutiert.

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          Im Schnelldurchgang streift die Gastgeberin die Themen der Woche: Wer wird Kanzlerkandidat der Union? Ist der Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke die Tat einer braunen RAF? Diese Frage führt die hessische Regierung in eine Zwickmühle. Sie wird die für 120 Jahre gesperrten NSU-Akten wieder öffnen müssen. Sie muss auch auf die Frage nach V-Leuten im rechtsradikalen Milieu antworten. Der ehemalige Verfassungsschutzmitarbeiter, der zum Tatzeitpunkt am Tatort des Kasseler NSU-Mordes gewesen ist, wird ebenfalls erneut zu befragen sein. Die hessischen Grünen dürfen nicht aus Gründen der Koalitionsdisziplin davor zurückschrecken, im Landtag auf diese Fragen einzugehen. Schließlich geht es auch um die Frage, wie die Chancen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump aussehen, im nächsten Jahr wiedergewählt zu werden.

          Bis zur letzten Platzpatrone

          Nikolaus Blome muss als erstes loswerden, wen er für den Verlierer der Woche hält; das sei Alexander Dobrindt, der mit der Maut, von der Frau Merkel 2013 gesagt hat, sie werde es mit ihr nicht geben, für ein CSU-Symbolthema eine dreistellige Millionensumme verbrannt hat. Das hätte er besser bis zur letzten Platzpatrone verhindert. Loyalität zu Horst Seehofer erweist sich jetzt als Karriererisiko.

          Spiegel-Redakteur Markus Feldenkirchen hofft auf Rumpelfußball mit den deutschen Frauen im Finale. Kristina Dunz, Hauptstadtkorrespondentin der Rheinischen Post, ist empört darüber, dass das Schreddern von männlichen Küken nicht mit sofortiger Wirkung verboten worden ist. Verbraucher können sich darüber informieren, welche Anbieter das nicht mehr machen und andere Eier im Regal liegen lassen.

          Die K-Frage

          Nun wendet sich die Runde in Vorbereitung auf ein Gespräch mit Friedrich Merz der K-Frage der Union zu. Es sieht so aus, als glaubte keiner mehr daran, dass die Regierung noch lange hält, deshalb wird die Frage vielleicht schon bald zu beantworten sein. Weil die CDU nur eine Machtmaschine sei und sehr empfindlich auf sinkende Zustimmung antwortet, betrifft das nicht nur die Bundeskanzlerin, die bekanntlich bis 2021 regieren will, sondern auch ihre unglücklich agierende Nachfolgerin im Parteivorsitz. Lachender Dritter unter den Kandidaten ist eindeutig Friedrich Merz, über den Frau Dunz ein Buch geschrieben hat: Er verstehe sich als Führungsreserve. Beim Fußballspiel aber haben die Leute, die auf der Bank neben dem Trainer sitzen, nichts zu melden, es sei denn, sie werden eingewechselt. Käme bei ihm ein Anruf an (inzwischen ist er in die Manege eingelaufen), dann würde er darüber nachdenken.

          Könnte Friedrich Merz Kanzlerkandidat werden?

          „Alternativlose“ Politik habe die AfD ermöglicht

          Die Themen, die zu bearbeiten wären, liegen auf der Straße, sagt Merz. Im Westen hat sie an die Grünen, im Osten an die AfD verloren. Der Zustand der SPD bewirkt bei ihm keine Schadensfreude. Volksparteien gebe es nur, wenn mehr als eine gewählt werden kann. Ist das nicht der Fall, dann wird es auch für die andere schwer. Die AfD gäbe es nicht, jedenfalls nicht unter ihrem heutigen Namen, hätte es nicht zuvor die Formulierung von „alternativloser Politik“ gegeben. Das ist Frau Merkels Verdienst. In Demokratien gebe es in allen Fragen Alternativen, nur nicht bei der Partei, die sie in ihrem Namen führt. Merz wehrt sich gegen die Unterstellung, er wolle die Union nach rechts rücken. Ihm geht es darum, das Spektrum zu erweitern und sowohl bei Konservativen wie bei Liberalen zu punkten. Das wird Christian Lindner mit gemischten Gefühlen hören. Die stagnierenden Werte der FDP sprechen dafür, dass bei liberalen Wählern mehr zu holen ist als mit der FDP.

          AfD spalten

          Auf die Formulierung von Joachim Gauck, erweiterte Toleranz in Richtung rechts zu praktizieren, antwortet Merz mit einem Popperschen Paradox: Gesellschaften dürfen nicht zu tolerant werden, was Intoleranz betrifft. Das ist präziser als Gauck. Rechtsradikale rechnet Merz nicht zum Toleranzbogen des Grundgesetzes. Er erklärt es zu einem politischen Ziel, die AfD zu spalten. So lange sie sich nicht von ihrem rechtsradikalen Flügel trennt, so lange sei sie kein politischer Partner für die Union.

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