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TV-Kritik: Sandra Maischberger : Die Frauen haben es den Männern richtig gezeigt

  • -Aktualisiert am

Diskussion bei Sandra Maischberger Bild: WDR/Max Kohr

Mit ihrem obligatorischen Jahresrückblick verabschiedete sich Sandra Maischberger in die Weihnachtspause. Es ging um Fussball und Politik, aber vor allem um ein Lebensgefühl. Darüber durften sogar Männer diskutieren.

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          So schnell vergeht die Zeit. Vor einem Jahr hatte die Bundesrepublik lediglich eine amtierende Regierung und mancher Beobachter fühlte sich an frühere italienische Verhältnisse erinnert. Die Grünen hatten bei der Bundestagswahl von sechs im Bundestag vertretenen Fraktionen den sechsten Platz belegt. Die FDP galt seit dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen in Teilen der deutschen Publizistik als Spielverderber. Die Sozialdemokraten mussten sich zur Strafe wieder einmal um ihre staatspolitische Verantwortung mühen. Die Union ahnte nicht, welches bürgerliche Trauerspiel sie in ihrer Programmplanung für das kommende Jahr berücksichtigen sollte. Sie galt immerhin als ein seriöses Parteienbündnis.

          Alle zusammen wirkten noch recht ratlos, wie sie mit der AfD als Aufsteigerin des Jahres 2017 umgehen sollten. Und die Bundeskanzlerin? Sie war immer noch da, wenn auch niemand so genau wusste, warum eigentlich. Die CDU nominierte am 7. Dezember Annegret Kramp-Karrenbauer als CDU-Generalsekretärin. Nicht nur die Spatzen auf Berliner Dächern hielten das für den Versuch, eine Merkel-Nachfolgerin rechtzeitig in Stellung zu bringen. Der Brexit schien dagegen noch recht weit weg zu sein. Im Mutterland der Mode wäre aber bestimmt niemand auf die Idee gekommen, in scheußlichen gelben Westen über Pariser Boulevards zu ziehen. Dafür galt Titelverteidiger Deutschland als großer Favorit bei der kommenden Fußball-WM in Russland. Am 1. Dezember hatten die Deutschen bei der Auslosung der WM-Vorgruppen das bewährte Losglück. Was sollten Mexiko, Schweden und Südkorea schon gegen Neuer, Boateng, Kroos, Özil und Müller ausrichten?

          „Schönste Teilzeit-Job, den das Land zu bieten hat“

          Das alles ist längst vergessen. Das ist auch der Witz an solchen Jahresrückblicken, wie ihn gestern Abend wieder Sandra Maischberger machte. Das Publikum hat keine Erinnerung mehr daran, was es vor einem Jahr noch für selbstverständlich hielt. So ist Deutschland im vergangenen Jahr abgestiegen, so Johannes B. Kerner. Zwar aus der Nations League, deren Regeln noch keiner verstanden hat, wie der TV-Moderator feststellte. Gravierender war aber die kläglichste Vorstellung einer Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft seit dem Jahr 1938. Hätte sich wirklich jemand vor einem Jahr vorstellen können, nach diesem Debakel den Bundestrainer einfach im Amt zu belassen?

          Wahrscheinlich nicht einmal der Jungpolitiker Helmut Markwort, der in diesem Herbst mit 81 Jahren erstmals für die FDP in den bayerischen Landtag einzog. Für den langjährigen Chefredakteur des „Focus“ war das Festhalten an Joachim Löw die richtige Entscheidung. Immerhin der „schönste Teilzeit-Job, den das Land zu bieten hat“, so Kerner.

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