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„Zunächst ist es wichtig, die Geschichten kundtun und die Gesellschaft zu sensibilisieren“: Hanène Zbiss Bild: privat

Tunesische Reporterin : „Wir können noch so viel aufdecken, nichts ändert sich“

  • -Aktualisiert am

Pressefreiheit, Frauenrechte, Koranschulen, IS-Rückkehrer: Die Investigativreporterin Hanène Zbiss bearbeitet große Themen. Jetzt hat sie für ihren Mut den Raif Badawi Award erhalten.

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          Tunesien gilt als Hoffnungsschimmer für die Demokratie im arabischen Raum, als Land, in dem seit der Revolution 2011 Meinungsfreiheit eine große Rolle spielt. Wie würden Sie die Situation der tunesischen Presse beschreiben?

          Es gab 2011 einen Moment der Begeisterung, als wir uns plötzlich frei ausdrücken und kritisch arbeiten konnten. 2014 jedoch änderte sich die Lage, als die säkulare Partei Nidaa Tounes und die islamistische Ennahda-Partei sich zu einer Koalition zusammenschlossen. Neue Medienchefs, meist korrupte Geschäftsleute und Politiker, machten sich Radio- und Fernsehsender zu eigen, und übernahmen die Kontrolle der Medienlandschaft. Unabhängiger Qualitätsjournalismus ohne finanzielle Einflussnahme durch politische Parteien ist rar geworden. Trotzdem gibt es eine starke Journalistengewerkschaft und eine Zivilgesellschaft, die Meinungs- und Pressefreiheit verteidigt. Im Pressefreiheitsindex ist Tunesien innerhalb eines Jahres 25 Plätze nach oben gesprungen, von Platz 97 auf 72.

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