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Tumblr wird pornofrei : Brüste nur noch mit Baby dran

Seit längerem nicht mehr im App-Store erhältlich: Die Tumblr-App. Bild: dpa

Die Plattform Tumblr will familienfreundlich werden. Zumindest soll ab 17. Dezember keine Pornografie mehr zu sehen sein.

          Es gab Zeiten, da bezeichnete man Tumblr noch als Microblogging-Plattform. Statt für lange Texte wurde der Dienst eher zum Ablegen von Bildern verwendet. In den letzten Jahren verwandelte sich Tumblr dann in eine Art Pinterest für Porno, denn viele der Bilder waren das, was man als „not safe for work“ bezeichnet. Kein Problem, sollte man meinen, das Internet ist schließlich an allen Ecken und Enden voller nackiger Leute, und Tumblr nicht gerade als Hort des Grenzbösen verschrien, sondern eher als buntes Gärtlein für Nischeninteressen.

          Zumindest gab es bis vor ein paar Tagen kein Problem, denn die Tumblr-App verschwand am 16. November plötzlich aus dem App-Store. Angeblich, so bestätigte Tumblr in einem Statement, sollen kinderpornografische Darstellungen durch den Filter gerutscht sein. Tumblr habe diese Bilder sofort gelöscht.

          Doch das anscheinend einmalige Versehen sorgt nun für einen permanenten Umbau der Plattform. Am 17. Dezember soll nun aller „adult content“ automatisch in den Lesestatus „privat“ gesetzt werden, das heißt, nur noch derjenige, der das Bild gepostet hat, soll es ansehen können. In Textform dagegen darf es weiterhin zur Sache gehen, auch klassische Kunstwerke oder stillende Mütter sollen erlaubt bleiben, weibliche Brüste ohne nuckelnde Babys sind dagegen tabu. Betreiber sexuell expliziter Blogs haben bis dahin Zeit, ihre Inhalte zu exportieren und zu sichern.

          Seit einigen Monaten gehört Tumblr zu Verizon/Oath. Unter den neuen Besitzern, die erst kürzlich die defizitäre Bilderplattform Flickr verkauften, soll das Pornoparadies anscheinend wieder zu dem familienfreundlichen Ort werden, der es nie war – eine „möglichst einladende Umgebung für unsere Community“, wie es Geschäftsführer Jeff D’Onofrio formuliert. Schätzungen zufolge liegt der Anteil pornografischer Inhalte bei zehn bis zwanzig Prozent. Glaubt man der Stimmung auf Twitter, wird das der Plattform einen harten Schlag versetzen.

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