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Türkei : Journalisten wegen „Förderung des Terrors“ verurteilt

  • Aktualisiert am

In diesem Gericht in Istanbul wurden die Journalisten der „Zaman“ verurteilt. Bild: AP

Erdogans Feldzug gegen die Pressefreiheit geht weiter: Ein türkisches Gericht hat mehrere Journalisten im Zusammenhang mit dem Putschversuch von 2016 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

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           Sahin Alpay und Ali Bulac, denen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen wurde, erhielten nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International acht Jahre und neun Monate Haft. Mumtazer Turkone und Mustafa Ünal wurden demnach zu zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Journalisten haben die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.

          Zwei Monate nach dem Putschversuch wurden insgesamt 30 Journalisten der mittlerweile eingestellten Zeitung „Zaman“ vor Gericht gestellt. Die Zeitung galt als eines der wichtigsten Sprachrohre der Bewegung des im amerikanischen Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen. Diesem wird vorgeworfen, hinter dem Putschversuch zu stecken, was Gülen zurückweist.

          Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Journalisten wiederholt vorgeworfen, durch ihre Arbeit den Terrorismus gefördert zu haben. Kritiker werfen Erdogan dagegen vor, den Putschversuch als Vorwand zu nehmen, um Widerstand gegen die Regierung zu unterdrücken. Nach Angaben des Innenministeriums vom März wurden bislang 77.000 Menschen wegen angeblicher Verbindungen zum Putsch festgenommen und angeklagt. Zugleich wurden 130 Medien geschlossen.

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