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Trump in der Corona-Krise : Sie trauen den Briefings des Präsidenten nicht

  • -Aktualisiert am

Genug Abstand? Donald Trump und die Regierungsberaterin Deborah Birx. Bild: AP

Donald Trump hält zurzeit jeden Tag eine lange Pressekonferenz zur Corona-Krise. Manche Sender übertragen diese nicht mehr - weil sie große Zweifel an den Ausführungen des Präsidenten haben.

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          Da standen sie, Schulter an Schulter, am Podium: Donald Trump, Vize Mike Pence, Bundesstaatsanwalt William Barr, Coronavirus-Koordinatorin Deborah Birx und der Chef des Versorgungseinsatztrupps, Admiral John Polowczyk.

          Von Abstand keine Rede. Erst als Dr. Birx, Koordinatorin der Coronavirus-Eindämmung, erklärte, warum sie zuvor nicht dabei war („Ich hatte leichtes Fieber, vermutlich eine Verdauungsgeschichte, aber ich bin penibel, ich bin Ärztin“), rückte Trump im Scherz von ihr ab: „O je.“

          Solche Witzeleien sind freilich kaum geeignet, den Amerikanern beizubringen, das Risiko ernst zu nehmen und der Empfehlung, Abstand zu halten, zu folgen. Solche widersprüchlichen Signale und die Halbwahrheiten, die der Präsident verbreitet, haben Journalisten zu der Forderung veranlasst, die Briefings nicht mehr live zu senden. „Es geht inzwischen um Leben und Tod“, schrieb der Journalismus-Professor Jay Rosen von der New York University. „Wir müssen bei der Berichterstattung über den Präsidenten auf eine Notfalleinstellung umschalten, um ihn davon abzuhalten, Sie durch uns falsch zu informieren.“ In der „Washington Post“ forderte die Medienkritikerin Margaret Sullivan, die Networks sollten die Äußerungen des Präsidenten zur Corona-Krise nicht länger live senden, sondern mit Verzögerung, die eine Überprüfung seiner Behauptungen ermöglicht.

          Zuletzt hatte Trump beteuert, das Malaria-Medikament Chloroquin sei „enorm vielversprechend“ zur Behandlung von Covid-19. Ein Mann aus Phoenix starb, als er eine Variante des Präparats einnahm. Am Mittwoch profilierte sich Trump bei der Vorstellung eines Rettungspakets im Wert von zwei Billionen Dollar, das noch nicht verabschiedet ist, als Retter einer herabgewirtschafteten Nation, die er von seinem Amtsvorgänger geerbt habe. Auf die Frage einer Reporterin, ob denn die von Trump avisierte „Öffnung“ des Landes zu Ostern aus Expertensicht nicht verfrüht sei, nannte Trump sie eine „Fake-News-Reporterin“ und warf der Presse vor, sie fordere eine Wirtschaftskrise heraus, um seine Wiederwahl zu gefährden. Das Virus sei im Land auf Krisenherde begrenzt, anderswo könne die Wirtschaft normal weiterlaufen.

          Trumps Briefings erzielen hohe Einschaltquoten. Die Networks verzeichnen doppelt so viele Zuschauer wie sonst, aber gerade das betrachten Kritiker als Hindernis bei der Eindämmung der Pandemie. Das Wissenschaftsmagazin „Scientific American“ befand, die Presse-Events im Weißen Haus sorgten bloß für Verwirrung.

          Am Montag übertrugen viele Sender das fast zweistündige Briefing nur zum Teil. CNN und MSNBC verließen es nach gut einer Stunde. „Die Informationen schienen nicht länger von Wert für die wichtige Debatte um die öffentliche Gesundheit zu sein“, so MSNBC. Eine Station des öffentlichen Senders NPR in Seattle, einer von der Pandemie schwer getroffenen Region, verkündete via Twitter: „Wir werden die Briefings nicht live übertragen, weil es ein Muster falscher oder irreführender Informationen gibt, die nicht schnell zu überprüfen sind.“ Das Weiße Haus konterte auf Twitter sogleich: „Schändlich, dass CNN und MSNBC sich aus seiner Pressekonferenz mit Präsident Trump und Mike Pence während einer globalen Pandemie ausklinkten. Danke, Fox News, für die kontinuierliche Information der Amerikaner.“

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