https://www.faz.net/-gqz-8cujy

Vor TV-Duell bei Fox News : Putin und Ayatollah gegen Trump

  • -Aktualisiert am

Bild: AP

Donald Trump und Fox News stehen schon lange miteinander auf Kriegsfuß. Deshalb boykottiert der mögliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner die anstehende Debatte des Fernsehsenders. Es hagelt Spott und Häme.

          Donald Trumps lange schwelender Kampf mit dem konservativen Nachrichtensender spitzt sich zu: Der führende republikanische Präsidentschaftskandidat hat seine Teilnahme an der Fernsehdebatte bei Fox News am Donnerstag abgesagt – weil mit Megyn Kelly eine Erzfeindin Trumps unter den Moderatoren ist.

          Seit Monaten führt Trump eine Fehde gegen Kelly, weil die ihn bei der ersten TV-Debatte im August mit seinen frauenfeindlichen Bemerkungen konfrontiert hatte. „Megyn Kelly ist sehr voreingenommen gegen mich“, vermeldete Trump in einem Video. „Glauben Sie wirklich, dass sie in einer Debatte fair sein kann?“ Sein Wahlkampfleiter Corey Lewandowski bestätigte der Zeitung „Washington Post“, dass Trump nicht an der Debatte teilnehmen werde.

          Putin und Ayatollah gegen Trump

          Die amerikanischen Medien können ihre Häme nun kaum zügeln - allen voran Fox News, wo man als Reaktion auf Trumps Absage folgendes Statement verbreitete: „Aus einer verborgenen Quelle wurde uns bekannt, dass der Ayatollah und Putin vorhaben, Trump bei einem Zusammentreffen unfair zu behandeln, sollte er Präsident werden.“

          Das ist deswegen bemerkenswert, weil man bei dem zum Murdoch-Medienkonzern News Corp. gehörenden Sender Fox News lange mit einer Haltung zu Trump rang. Senderchef Roger Ailes gilt als Fan von Trump, von Medienzar Murdoch ist verbrieft, dass er Trump nicht ausstehen kann. Auf die Zuschauer, die Trump zieht, wollte man indes keinesfalls verzichten. Und so hatte sich nach der Debatte im August und Trumps geschmacklosen Ausfällen gegen Megyn Kelly Ailes persönlich bei dem Kandidaten um Schadensbegrenzung bemüht. Seither klagte Trump mehrfach, dass er von Fox News schlechter behandelt werde als von CNN.

          Donald Trump hat lange seine deutschen Vorfahren verleugnet Öffnen

          Ausgerechnet vom Zugpferd des Senders, Bill O´Reilly, musste sich Trump immer wieder zurechtweisen lassen. Aber O´Reilly, dessen rechthaberische und respektlose Art zum Markenzeichen von Fox News wurde, rüffelte Trump für grobe faktische Fehler und seine Primadonna-Haltung mit ungewohnter Zurückhaltung – womöglich, um weder die konservative Klientel des Senders noch den größten Quotenbringer des Vorwahlkampfes nicht zu verprellen.

          Doch jetzt sind die Linien offenbar klar gezogen. Trump wucherte denn in seiner Replik an Fox News´ Statement auch prompt mit seinem Quoten-Pfund: „Wir werden ja sehen, wie viel Geld Fox mit der Debatte ohne mich verdient.“

          Unbenanntes Dokument

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

          Weitere Themen

          Wenn der Wolf zutage tritt

          Fontane als Comic : Wenn der Wolf zutage tritt

          Comic-Helden wie Lucky Luke, Asterix und Spiderman haben Kultstatus, nicht nur bei Kindern – aber die deutsche Literatur des Realismus in Comicstrips und Sprechblasen? Birgit Weyhe macht aus Fontanes „Unterm Birnbaum“ einen Comic.

          Topmeldungen

          TV-Duell für Tory-Vorsitz : „Wo ist Boris?”

          In einer lebendigen Debatte stellen die Kandidaten für den Vorsitz bei den britischen Konservativen unter Beweis, wie groß das Arsenal präsentabler Politiker der Tory-Partei noch ist. Boris Johnson bleibt der Runde fern – und ein anderer sticht heraus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.