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Zitate des Altkanzlers : Kohl-Witwe gewinnt Rechtsstreit

  • Aktualisiert am

Maike Kohl-Richter 2018 am Oberlandesgericht Bild: dpa

Im jahrelangen Streit um die Tonbänder des früheren Kohl-Ghostwriters Heribert Schwan hat die Witwe des Kanzlers einen Zwischenerfolg erzielt. Ein nächstes Gerichtsverfahren ist wahrscheinlich.

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          Seit Jahren beschäftigt der Streit um die Tonbänder und schriftlichen Unterlagen von Gesprächen mit Helmut Kohl die Gerichte. Nun hat der Bundesgerichtshof der Witwe des verstorbenen Altkanzlers recht gegeben. Kohls ehemaliger Ghostwriter Heribert Schwan muss ihr sagen, welche Inhalte er aus den langen Gesprächen mit dem Altkanzler noch in seinem Besitz hat. Das entschied der BGH in Karlsruhe am Donnerstag in letzter Instanz.

          Für Maike Kohl-Richter ist das Urteil die Voraussetzung, um im nächsten Schritt die Herausgabe erstreiten zu können. Es geht um Tonkopien und abgetippte Passagen. Die Herausgabe der Original-Bänder hatte Helmut Kohl noch zu Lebzeiten erstritten. Auf Dokumente und Akten, die Schwan für seine Arbeit an Kohls Memoiren zur Verfügung gestellt und möglicherweise nicht vollständig zurückgegeben wurden, dürfte die Kohl-Seite allerdings keinen Zugriff mehr bekommen. Diese Ansprüche sind laut BGH verjährt.

          Kohl hatte dem Journalisten und Historiker 2001 und 2002 in vielen Treffen ausführlich aus seinem Leben berichtet. Schwan zeichnete etwa 630 Stunden Gespräch auf. Aber vor Vollendung der Memoiren kam es zum Bruch. Seitdem beschäftigt der Streit um die von Schwan verfasste Biografie „Vermächtnis – Die Kohl-Protokolle“ die Gerichte. Bereits frühere Urteile stellten fest, dass in dem Buch nicht autorisierte Zitate veröffentlicht wurden. Dabei ging es unter anderem um kritische Äußerungen über andere Politiker. Maike Kohl-Richters Rolle ist dabei umstritten: Peter Kohl, der Sohn des Altkanzlers, hatte der zweiten Frau seines Vaters in einer Aussage vor Gericht vorgeworfen, diese wolle die Deutungshoheit über das politische Vermächtnis seines Vaters erlangen.

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