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Tom Selleck wird 70 : Jenseits von Hawaii

Das Hawaiihemd stets tief dekolletiert: Tom Selleck als Privatdetektiv Thomas Magnum Bild: Allstar/UNIVERSAL TV

Schnurrbart, Ferraris und ein unerschöpflicher Vorrat an Hawaii-Hemden: Als Privatdetektiv Magnum gelangte Tom Selleck in den Achtzigern zu Weltruhm, spät folgten auch Charakterrollen. Heute feiert er seinen siebzigsten Geburtstag.

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          Wie man den Segen einer Rolle genießt und nutzt und den Fluch derselben aushält und überwindet, macht kaum jemand so vor wie Tom Selleck. Fällt sein Name, taucht er auf, kommt einem sofort eine Serie aus den achtziger Jahren und das Bild eines Mannes mit tief dekolletiertem Hawaii-Hemd, rotem Ferrari und Schnurrbart in den Sinn, der um der Optik des Hauptdarstellers willen pro Folge mindestens einmal in bunter Badebüx in den Pazifik springen oder diesem entsteigen musste: Das war „Magnum“, der Privatdetektiv, den die deutschen Zuschauer nicht nur bis zum Ende der Serie 1989 im Ersten, sondern in den Neunzigern dann noch einmal in 161 Folgen bei RTL zu Beginn jeder Episode sagen hörten: „Ich weiß, was Sie jetzt denken, und Sie haben recht, aber...“

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Es folgten Kapriolen eines unverwüstlichen Menschenfreunds mit Helfersyndrom, die Selleck aus dem Ärmel schüttelte, die ihn zu einer Marke machten und es ausschlossen, dass er andere Rollen annahm, etwa die eines gewissen „Indiana Jones“. Erst gegen Ende und nach „Magnum“ konnte Selleck häufiger im Kino landen, besonders publikumsträchtig in dem amerikanischen Remake von „Drei Männer und ein Baby“. Im Fernsehen blieb er eine Weile unterbeschäftigt. Er betätigte sich derweil erfolgreich in seinem Zweitjob als Bauunternehmer. Und die Sache mit dem „Sexsymbol“, das oberflächliche Angehimmel, den Hollywood-Glamour vermisste er nicht wirklich. Er sah sich, wie er in Interviews sagte, eher als Landarbeiter. Mit aufgeknöpftem Hemd herumzulaufen ist für ihn offenbar Ausdrucks seines pragmatischen Stils. Und auch der Schnauzbart ist für keine Glaubensfrage, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung einmal sagte: „Ob Sie es glauben oder nicht, ich bin ohne ihn zur Welt gekommen.“ Und seine Frau möge ihn anscheinend auch oben ohne leiden.

          Mit dem Ferrari unter Palmen: Magnum, Fernsehheld der Achtziger Bilderstrecke
          Mit dem Ferrari unter Palmen: Magnum, Fernsehheld der Achtziger :

          In zwei Serien indes konnte Tom Selleck inzwischen Charakter zeigen und die frühen Jahre auf Hawaii vergessen machen. In „Jesse Stone“ spielte er einen abgehalfterten Polizeichef, der auf den ersten Blick als Zyniker daherkommt, auf den zweiten aber einen melancholisch-verzweifelten Mann offenbart, der seine Aufgabe sehr wohl ernst nimmt. In „Blue Blood“, das seit 2010 läuft, schließlich spielt er den sanften Patriarchen einer Polizistenfamilie, in deren Geschichten sich sämtliche Gesellschaftdebatten der Vereinigten Staaten spiegeln. So hat Tom Selleck eine würdige Altersrolle gefunden. Zwar wieder mit Bart, weil das die Produzenten so wollen, ginge aber auch ohne. Fehlt eigentlich nur noch das „Magnum“-Revival. Heute wird Tom Selleck siebzig.

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