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Ermordeter Journalist : „Time“ würdigt Khashoggi als „Person des Jahres“

  • Aktualisiert am

Jamal Kashoggi Bild: AFP

Das „Time Magazine“ würdigt seit 1927 die einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt. Als „Person des Jahres“ wird nun der ermordete saudische Journalist Jamal Khashoggi geehrt. Er sei ein „Wächter“ im „Krieg gegen die Wahrheit“ gewesen.

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          Das „Time Magazine“ hat den ermordeten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi gemeinsam mit weiteren Reportern zur „Person des Jahres“ gekürt. Das Magazin teilte am Dienstag mit, der Titel gehe an die „Wächter“ im „Krieg gegen die Wahrheit“.

          Khashoggi arbeitete als Kolumnist für die „Washington Post“ und war ein Kritiker der Regierung in Riad. Er war im Oktober von einem Killerkommando im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet worden. Weiterhin steht der Verdacht im Raum, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman von der Tat wusste oder sie sogar anordnete.

          Das „Time Magazine“ würdigte außerdem Maria Ressa (55) von den Philippinen, die die Nachrichtenseite „Rappler“ betreibt. „Rappler“ zeichne den brutalen Krieg gegen Drogen von Präsident Rodrigo Duterte nach, schreibt das Magazin. Maria Ressa drohten bis zu zehn Jahre Haft, nachdem die Nachrichtenseite wegen Steuervergehen verklagt worden sei. Ausgezeichnet wird auch die Redaktion der Zeitung „The Capital Gazette“ in Annapolis im amerikanischen Bundesstaat Maryland. Ein Attentäter hatte im Juni fünf Mitarbeiter des Blattes erschossen.

          Ferner würdigte das „Time Magazine“ zwei junge Reporter der Nachrichtenagentur Reuters, die seit einem Jahr in Myanmar inhaftiert sind. Die beiden Myanmarer Kyaw Soe Oo (28) und Wa Lone (32) - wie die Mehrheit ihrer Landsleute Buddhisten - hatten wegen eines Massakers der Armee an zehn Jungen und Männern der muslimischen Minderheit der Rohingya recherchiert. Insgesamt starben Tausende. Mehr als 700 000 Rohingya wurden aus dem Land vertrieben.

          Die „Time“-Redaktion würdigt seit 1927 die einflussreichsten Persönlichkeiten des Weltgeschehens. Zuletzt waren dies Frauen, die im Rahmen der #MeeToo-Debatte das Schweigen gebrochen und über Sexismus und sexuelle Übergriffe berichtet hatten.

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