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Tim Berners-Lee : Der alte Mann und das Netz

Er hat einen Traum: Tim Berners-Lee, der „Vater“ des World Wide Web. Bild: Getty

Vor dreißig Jahren erfand Tim Berners-Lee das World Wide Web. Jetzt will er es revolutionieren. Doch ob sein Plan aufgeht, hängt nicht von ihm ab.

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          „Vage, aber interessant“ sei sein Projekt, meinte einst der frühere Chef von Tim Berners-Lee, als ihm der Informatiker seine Idee vorstellte. Er wollte Adressen im Internet miteinander verknüpfen. Interessant ja, aber wichtig genug für einen offiziellen Auftrag erschien die Sache den Zuständigen am Europäischen Kernforschungszentrum Cern dann doch nicht. Also entwickelte der gelernte Informatiker und Physiker Berners-Lee in seiner Freizeit die Computersprache, auf der heute die digitale Welt gründet. Im Alleingang erfand er das World Wide Web – das Internet, wie wir es heute kennen, in dem jeder mit jedem in Kontakt treten und Information weltweit abrufen kann.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Doch dieser Kosmos, in dem Konzerne wie Google, Facebook, Amazon und Apple das Sagen haben, gefällt dem idealistischen Schöpfer Berners-Lee nicht. Den Geist hat er aus der Flasche gelassen und sich nicht träumen lassen, wozu er anderen dienen würde. Deshalb will er seine Erfindung, mit der andere Macht und Milliarden angehäuft haben, rund dreißig Jahre nach seiner bahnbrechenden Tat revolutionieren. Er will das World Wide Web denen geben, für die er es gedacht hatte – den Nutzern. Und er weiß auch, wie. Wieder hat er im stillen Kämmerlein gewerkelt – inzwischen lehrt er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) – und vor ein paar Tagen sein neues Projekt vorgestellt. Es heißt „Solid“.

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