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Journalistin wird bedroht : Kolumnistin der „taz“ sucht Schutz der Polizei

  • Aktualisiert am

In der Redaktion der „taz“ sind zahlreiche Telefonate und E-Mails mit bedrohlichem Inhalt eingegangen. Bild: dpa

Gefährdung des körperlichen Wohls: Die Autorin der „taz“-Kolumne „All cops are berufsunfähig“ erhält so massive Drohungen, dass die Redaktion der Zeitung die Polizei um Hilfe bittet.

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          Die Autorin der umstrittenen „taz“-Kolumne mit dem Titel „All cops are berufsunfähig“, Hengameh Yaghoobifarah, wird dem Magazin „Focus“ zufolge bedroht. Die Redaktion der „tageszeitung“ habe die Berliner Polizei um ein Beratungs- und Sicherheitsgespräch gebeten.

          Bei der „taz“ seien zahlreiche Telefonate und E-Mails mit bedrohlichem Inhalt eingegangen, die sich gegen die Autorin und gegen die Zeitungsredaktion gerichtet hätten. Einige Reaktionen könnten als direkte Gefährdung für das körperliche Wohl der Journalistin eingestuft werden. Die Berliner Polizei habe sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern wollen.

          Öffentliche Debatte

          In der Kolumne hatte Yaghoobifarah Überlegungen darüber angestellt, wo Polizisten arbeiten könnten, wenn die Polizei abgeschafft würde. Sie kam zu dem Schluss, dass es nur „eine geeignete Option“ gebe, „die Mülldeponie“. Der am Schluss des Texts formulierte Vergleich von Polizisten mit Abfall sorgte für Empörung und eine Diskussion innerhalb der Redaktion der „taz“.

          Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte Yaghoobifarah mit einer Strafanzeige gedroht, darauf aber letztlich verzichtet. Er verteidigte jedoch sein Vorgehen. Sein Ziel sei gewesen „über diesen unsäglichen Artikel in der ‚taz‘ auch eine öffentliche Debatte“ in Gang zu setzen, sagte Seehofer der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag). Dieses Ziel habe er erreicht.

          Bei der Staatsanwaltschaft Berlin gingen zahlreiche Anzeigen zu der Kolumne ein. Der Deutsche Presserat leitete ein Verfahren wegen des Texts ein.

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