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Tatort-Sicherung : Können Tiere erben?

  • -Aktualisiert am

Ein seltener Patient auf dem Seziertisch: Die Ermittlungen führen Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) diesmal in den Münsteraner Zoo. Bild: WDR/Thomas Kost

Stimmt das, was im neuen „Tatort“ alles über exotische Tiere und das Erbrecht von Katzen erzählt wurde? Die Antworten unserer Experten sind zum Teil sehr überraschend.

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          Mord in der Nachbarschaft ist immer erschreckend, besonders aber dann, wenn das Opfer ausgerechnet die Nachbarin von Staatsanwältin Klemm (Mechthild Großmann) ist. Dass Klemm auch noch die perfekte Tatverdächtige darstellt, erleichtern die Ermittlungen der Kommissare Thiel (Axel Prahl) und Krusenstern (Friederike Kempter) nicht gerade: Klemm war mit der Verstorbenen, Frau Merkens (Lilia Lehner), in einem regelrechten Dauerstreit, da letztere ihr Bauvorhaben einer Dachterrasse boykottierte. Katzen hatten in Merkens Leben einen so hohen Stellenwert, dass diese nach ihrem Tod sogar dauerhaftes Wohnrecht erhalten.

          Merkens' Tierliebe äußerte sich zu Lebzeiten auch darin, dass sie eine wichtige Mäzenin des Münsteraner Zoos war, den sie jeden Tag besuchte und dessen Tierbestand sie akribisch zu überprüfen pflegte. Dass dem Zoo mit ihrem Ableben eine großzügige Spende winkt, gibt dem Zoodirektor Dr. Schönweis (Felix Vörtler) das perfekte Motiv. Da ist aber auch noch Medienmogul Stockmann (Robert Hunger-Bühler), ebenfalls ein wichtiger Mäzen des Zoos, mit einer kulinarischen Vorliebe für Robben, Pinguine und Co. Bestätigt sich Frau Merkens Verdacht, es kämen ab und an Tiere abhanden? Wollte Stockmann Mertens mundtot machen?

          Während Staatsanwältin Klemm noch verzweifelt versucht, ihre Unschuld zu beweisen, findet Gerichtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers), der eigentlich gerade an einer Karriere als TV-Koch arbeitet und ebenfalls um Stockmanns Gunst buhlt, Spuren mehrerer Schlangengifte in Merkens Blutbahn. Wie kam sie an die hochtoxischen Tiere?

          Der Sonntagabendkrimi im Realitätstest.

          ***

          Frage 1: „Wie leicht kommt man an das Gift hochtoxischer Schlangen?“, fragt sich Prof. Boerne und wird daraufhin von Dokumentartfilmer Henry Schlör aufgeklärt, dass das online auf Schlangengrube.org ganz einfach sein soll. Gibt es sowas wirklich in Deutschland?

          Ihre Katzen waren ihre „Kinderchen“: Die verstorbene Patrizia Merkens (Lilia Lehner) wird von Staatsanwältin Klemm (Mechthild Großmann), Kommissar Thiel und Gerichtsmediziner Boerne untersucht.

          Antwort von Adeline Fischer (Projektleitung bei Pro Wildlife e.V.):

          Es ist in Deutschland einfach, an Gifttiere wie Schlangen, Skorpione und Spinnen zu gelangen – auf verschiedenen Onlineportalen und Börsen. Wirbellose Tiere wie Skorpione und Spinnen können sogar von Minderjährigen gekauft werden. Das ist Wahnsinn. Selbst die giftigste Schlange der Welt, den Inlandtaipan, kann man online bestellen. Da haben wir wirklich eine Gesetzeslücke. In ein paar Bundesländern gibt es zwar ein sogenanntes Gefahrtiergesetz oder Haltungsverbot für Exoten, allerdings nicht in NRW. Zum Teil werden sie sogar mit der Post verschickt und es mussten bereits ganze Häuserblöcke evakuiert werden, weil eine giftige Schlange oder dergleichen ausgebüxt ist. Also was hier im „Tatort“ im Hinblick auf die Beschaffung geschildert wird, ist absolut realistisch.

          ***

          Frage 2: Die verstorbene Frau Merkens bekam seit längerer Zeit die Gifte mehrerer toxischer Schlangen gespritzt, sodass sie bereits immunisiert war und an keinem anaphylaktischen Schock zu Lebzeiten litt. Ist das medizinisch richtig geschildert?

          Antwort von Prof. Dr. Frank Ulrich Müller (Direktor des Institutes für Pharmakologie und Toxikologie am Universitätsklinikum Münster):

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