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Tatort-Sicherung : Schlafen Polizisten mit der Dienstwaffe unterm Kissen?

  • -Aktualisiert am

Entdeckt einen Kerker: Kommissarin Brasch (Claudia Michelsen) Bild: MDR/Stefan Erhard

Im neuen „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg suchen die Ermittler einen Serientäter. Aber nicht nur diese Annahme ist fraglich. Wir haben den Fall mit Experten besprochen.

          Auf einer verlassenen Industriebrache wird eine Frauenleiche gefunden. Das Opfer ist an den Unterschenkeln gefesselt. Kommissarin Brasch (Claudia Michelsen) und ihr Kollege Köhler (Matthias Matschke) vermuten einen Serientäter. Die Vermutung scheint sich zu bestätigen, als sie in der Datenbank einen ganz ähnlichen Fall entdecken.

          Brasch und Köhler suchen den damaligen Hauptverdächtigen Paul Schilling auf. Der betreibt mittlerweile als Pauline Schilling (Alessija Lause) einen Blumenladen. Schnell gerät Pauline abermals unter Verdacht.

          Doch auch der frühere Freund der Toten (Sven Schelker) gerät ins Visier der Ermittler. Offenbar hat er sie in seinem Keller gefangen gehalten. Je mehr sich Brasch und Köhler auf die beiden Hauptverdächtigen konzentrieren, desto mehr wird klar, dass sie auf der falschen Spur sind.

          Der Sonntagabendkrimi im Realitätstest:

          ***

          Frage 1: Lemp (Felix Vörtler), der Chef der beiden Kommissare, hadert mit seinem Job. Er behauptet, er schläft mit der Dienstwaffe unter dem Kopfkissen. Ist das überhaupt erlaubt? Was passiert mit Dienstwaffen nach Feierabend?

          Überstresst: Kriminalrat Lemp (Felix Vörtler)

          Antwort von Ilona Wessner (Sprecherin Polizei Magdeburg):

          Polizeibeamte in Magdeburg sind vom Waffengesetz ausgenommen und dürften eine Schusswaffe gemeinsam mit dem Dienstausweis auch außerhalb des Dienstes führen. Allerdings benötigen Sie einen Nachweis, dass sich in ihrer Wohnung oder ihrem Haus ein dem Waffengesetz entsprechendes Aufbewahrungsbehältnis befindet. Die Waffe unter dem Kopfkissen ist somit eher ein Mythos.

          ***

          Frage 2: Paul Schilling, der Hauptverdächtige aus einem älteren, sehr ähnlichen Fall, lebt nach einer Operation als Pauline Schilling. Pauline beschreibt die Prozedur folgendermaßen: „Man entscheidet sich für die Größe und die Form der Schamlippen und dann wird das modelliert“. Eine angemessene Schilderung?

          Verdächtig: Pauline Schilling (Alessija Lause)

          Antwort von Katharina Hören (Sprecherin Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.):

          Nun, ja. Grundsätzlich hängen die Form und das Aussehen von der Operationsmethode und dem Können des Operateurs sowie des Heilungsprozesses ab. Dies ist natürlich auch von der Menge des vorhandenen Materials, sprich Penisschafthaut, Penisgröße, Hodensackhaut etc. abhängig. In der Regel findet eine solche Geschlechtsangleichung in zwei Sitzungen statt. In der ersten Sitzung wird der Penisschwellkörper entfernt, im Unterleib Platz für den Scheidengang geschaffen und dieser dann aus der Penishaut geformt. Anschließend wird dieser nach innen umgestülpt, so dass ein Scheidengang entsteht, und vernäht. Aus Teilen der Hodensack- und Penishaut werden dann die inneren und äußeren Schamlippen geformt. Die Klitoris wird aus der Peniseichel präpariert. Häufig wird noch eine zweite Sitzung nötig sein, um Verwachsungen oder Schönheits- und Funktionskorrekturen vorzunehmen. Erst in der zweiten Sitzung, die in der Regel frühestens zwölf Wochen nach der ersten erfolgt, können in der Regel Wünsche bezüglich des Aussehens geäußert werden. Inwieweit die realisierbar sind, entscheidet der Operateur. Unabhängig davon kann man natürlich weitere Schönheits-OPs vornehmen lassen, die allerdings keine Kassenleistung mehr sind.

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