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FAZ.NET-Tatortsicherung : Vierzig Tote suchen einen Schuldigen

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Frage 5: Hat die Polizei die Möglichkeit, auf Hoteldatenbanken zuzugreifen?

Assistentin Magda Wächter: „Richard Harloff taucht nirgendwo auf. Ich habe hier alle verfügbaren Daten der Wiesbadener Hotels und Umgebung“.

So etwas hat nicht einmal die NSA: Big-Data-Phantasie bei der Fernseh-Polizei
So etwas hat nicht einmal die NSA: Big-Data-Phantasie bei der Fernseh-Polizei : Bild: hr/Screenshot uweb

Antwort von Udo Bühler (Pressestelle des HLKA Wiesbaden):

Nein, die Möglichkeit haben wir nicht.

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Frage 6: Warum wird bei gefährlichen Polizeieinsätzen im Fernsehen immer nur der Oberkörper geschützt, nicht aber der Kopf?

Murot vor dem Showdown
Murot vor dem Showdown : Bild: HR/Philip Sichler

Antwort von Udo Bühler:

Der Oberkörper ist die größte Trefferfläche. Die Schutzweste für den Oberkörper ist die Standardschutzausrüstung für Polizeibeamte. Wenn wir sicher davon ausgehen, dass der Täter bewaffnet ist und bei einem Einsatz noch Zeit ist, dann setzen wir Spezialeinheiten ein, die auch einen entsprechenden Kopfschutz haben. Man muss wissen, dass solche Schutzausrüstungen sehr schwer sind, die wiegen mehr als 20 Kilogramm und schränken die Beweglichkeit erheblich ein.

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Frage 7: Im neuen „Tatort“ sieht man, wie russische Mafiosi einen Verräter mit Eisenkette und Betonklötzen wegführen. Man kann das Augenzwinkern in der Szene geradezu hören, aber gab es diese Art des Rachemordes tatsächlich in den letzten Jahren noch irgendwo?

Alte Schule: Harloff arbeitet noch mit Beton
Alte Schule: Harloff arbeitet noch mit Beton : Bild: hr/Screenshot uweb

Antwort von Udo Bühler (Pressestelle des HLKA Wiesbaden):

Ich habe von so einem Fall noch nie gehört. Ich kenne diese Form des Rachemordes auch nur aus dem Film.

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Frage 8: Eine Szene des neuen „Tatorts“ spielt im Frankfurter Städel Museum. Welche Gemälde der Sammlung sind zu sehen?

Wird im Film lebendig: Giovanni Battista Tiepolos Gemälde „Die Heiligen der Familie Crotta“ (um 1750). Tiepolo stellte eine Familienlegende dar: Die heilige Grata sucht ihre heidnischen Eltern auf, um sie zum Christentum zu bekehren. Den Vater überzeugt ein dem Heiligen Alexander abgeschlagener Kopf, aus dem nicht Blut fließt, sondern Blumen sprießen.
Wird im Film lebendig: Giovanni Battista Tiepolos Gemälde „Die Heiligen der Familie Crotta“ (um 1750). Tiepolo stellte eine Familienlegende dar: Die heilige Grata sucht ihre heidnischen Eltern auf, um sie zum Christentum zu bekehren. Den Vater überzeugt ein dem Heiligen Alexander abgeschlagener Kopf, aus dem nicht Blut fließt, sondern Blumen sprießen. : Bild: Städel Museum/ARTOTHEK

Antwort von Karoline Leibfried (Pressereferentin im Städel Museum, Frankfurt):

In der Städel-Szene des „Tatorts“ geht es vor allem um fünf Gemälde. Zu Beginn der Szene sieht man in einer Reihe von Detailaufnahmen Stefan Lochners „Die Apostelmartyrien“ (um 1445), außerdem „Der Schächer zur Linken Christi“ (um 1430) vom „Meister von Flémalle“ sowie Rembrandts „Die Blendung Simsons“ (1636). Das Gemälde, in dem sich Ulrich Matthes wiedererkennt, stammt von Giovanni Battista Tiepolo, es heißt „Die Heiligen der Familie Crotta“ (um 1750). Das gegenüberliegende Gemälde, das sichtbar wird, wenn Ulrich Tukur und Ulrich Matthes miteinander sprechen, ist Luca Giordanos „Die Jugend von den Lastern versucht“ (1664).

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Frage 9: Woher stammt das Schlüssel-Gemälde des „Tatorts“, das man gleich zu Beginn sieht – große Kunst scheint es nicht zu sein?

Das Bild wird zu Beginn als Schlüsselgemälde dargestellt, sein Aussagegehalt bleibt aber begrenzt – und echt ist es auch nicht
Das Bild wird zu Beginn als Schlüsselgemälde dargestellt, sein Aussagegehalt bleibt aber begrenzt – und echt ist es auch nicht : Bild: hr/Screeshot uweb

Antwort von Karoline Leibfried:

Das Dschungel-Bild ließ der HR von dem gelernten Theatermaler Wilfried Marks anfertigen - ebenso wie das Bild daneben und die anderen „Gewaltszenen“ im Tatort.

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Frage 10: Unter welchen Gesichtspunkten wurden die Gemälde ausgesucht?

Antwort von Karoline Leibfried (Pressereferentin im Städel Museum, Frankfurt):

Das war ein längerer Prozess. Der HR war interessiert an Gemälden aus unserer Sammlung, die Südseemotive und Schlachtenszenen zeigen. Außerdem wurde anfangs nach einem Männerporträt im Städel gesucht, das Ulrich Matthes ähnlich sieht. Wir haben für den HR dann eine entsprechende Liste von Werken aus der Städel-Sammlung zusammengestellt. Am Ende hat man sich dann für verschiedene Werke aus dem Sammlungsbereich der Alten Meister entschieden, die wegen ihres brutalen Motivs gut zur Handlung des „Tatorts“ passen.

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Frage 11: Gefilmt wurde in den Alte-Meister-Räumen des Städel Museums. Ein Team von vierzig Menschen drehte einen ganzen Tag. Schadet das Filmlicht nicht den Bildern?

Dreharbeiten im Städel
Dreharbeiten im Städel : Bild: Städel Museum, Frankfurt am Main

Antwort von Karoline Leibfried:

Es gibt bestimmte LED-Lampen, die sehr UV- und wärmearm sind. Deren Einsatz hatten wir zur Voraussetzung gemacht.

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Frage 12: Wurden Bilder eigens für den „Tatort“ auf- oder umgehängt?

Antwort von Karoline Leibfried:

Nein, schon aus konservatorischen Gründen nicht. Der Schutz der Werke steht hier, insbesondere bei Gemälden dieser Altersklasse, an erster Stelle.

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So fand unsere Kritikerin den „Tatort: Im Schmerz geboren“ – wie fanden Sie ihn?

Die Playlist zu „Tatort: Im Schmerz geboren“

02:19 Ludwig van Beethoven
Egmont Ouvertüre, op. 84
hr-Sinfonieorchester, Hugh Wolff

 

05:57 Ludwig van Beethoven
Coriolan, op. 62
hr-Sinfonieorchester, Eliahu Inbal

 

06:32 Frédéric Chopin
Barcarolle in Fis-Dur, op. 60
Istvan Szekely; Klavier

 

10:39 Umberto Giordano
Andrea Chenier – Si, fui soldato
hr-Sinfonieorchester, Marcello Viotti
Franco Bonisolli / Maria Gulegina, Gesang

 

13:11 Peter Tschaikowsky
Der Wojewode, op. 78
hr-Sinfonieorchester, Eliahu Inbal

 

17:07 Gustav Holst
Die Planeten – Mars
hr-Sinfonieorchester, Andrew Litton

 

18:56 Georges Delerue
Jules et Jim – Confession au Claire de Lune
hr-Sinfonieorchester, Frank Strobel

 

20:37 Frédéric Chopin
Nocturne in F-Dur, op. 15, Nr. 1
Martha Argerich; Klavier

 

21:06 Antonín Dvorák
Symphonie Nr. 9, op. 95 – 2. Satz (Largo)
hr-Sinfonieorchester, Marin Alsop

 

21:35 Edvard Grieg
Holberg Suite, op. 40 - Rigaudon
hr-Sinfonieorchester, Frank Strobel

 

27:43 Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 1, op. 21 - 2. Satz
hr-Sinfonieorchester, Hugh Wolff

 

34:18 Jean Sibelius
Lemminkäinen Suite, op. 22 – Der Schwan von Tuonela
hr-Sinfonieorchester, Frank Strobel

 

50:39 Georges Delerue
Jules et Jim – Brouillard Version 1
hr-Sinfonieorchester, Frank Strobel

 

53:03 Johannes Brahms
Symphonie Nr. 1, op. 68 – 4. Satz
hr-Sinfonieorchester, Paavo Järvi

 

57:25 Antonio Vivaldi
Concerto Grosso in d-Moll, op. 3, RV 565
hr-Sinfonieorchester, Frank Strobel

 

01:00:14 Gustav Holst
Die Planeten – Uranus
hr-Sinfonieorchester, Andrew Litton

 

1:02:19 Jean Sibelius
Symphonie Nr. 1, op. 39 – 4. Satz
hr-Sinfonieorchester, Eliahu Inbal

 

1:05:12 Johann Sebastian Bach
Brandenburgisches Konzert Nr. 2, BWV 1047 – 2. Satz
hr-Sinfonieorchester, Hugh Wolff

 

1:08:56 Georg Friedrich Händel
Rinaldo - Akt 2, Szene 4 „Lascia ch’io pianga“
hr-Sinfonieorchester, Gottfried von der Goltz
Sarah Connolly, Gesang

 

1:13:25 Giuseppe Verdi
Nabucco, Akt 3, Szene 2 (Israelitenchor)
hr-Sinfonieorchester, Frank Strobel

 

1:18:54 Arcangelo Corelli
Sonate für Violine und Basso continuo d-Moll, op. 5, Nr. 7
hr-Sinfonieorchester, Frank Strobel

 

1:24:58 Georges Delerue
Jules et Jim – Brouillard Version 2
hr-Sinfonieorchester, Frank Strobel

 

1:28:28 Johann Sebastian Bach
Kantata BWV 147
hr-Sinfonieorchester, Frank Strobel

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