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FAZ.NET-Tatortsicherung : Baumhaus und Ballonseide

  • -Aktualisiert am

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In der 35. Minute wird das Trennsystem eines Fallschirms erklärt und entdeckt, dass der Schirm des Opfers manipuliert worden sein muss.

Frage 4: Welche Routinen führt man vor jedem Sprung aus Sicherheitsgründen durch?

Martina Bönisch und die Rechtsmedizinerin Greta Leitner (Sybille Schedwill, r.) suchen den Mörder.
Martina Bönisch und die Rechtsmedizinerin Greta Leitner (Sybille Schedwill, r.) suchen den Mörder. : Bild: WDR/Kerstin Stelter

Antwort von Regine, Fallschirmspringerin am Flugplatz Marl:

Da hat jeder sein eigenes System. Ist man nicht aufmerksam, können Fehler passieren. Aber falls man sich, gerade am Anfang, unsicher ist, kann man sich vor dem Sprung von einem anderen Springer checken lassen. Bei unseren Schüler geschieht das vor jedem Sprung. Da wird dann überprüft, ob die Gurte richtig verschlossen sind oder ob der Höhenmesser dabei ist.
Man kann den Schirm allerdings so manipulieren, dass man Fehler nicht gleich merkt. Es gab in Münster tatsächlich einen Mord an einer Fallschirmspringerin: Ein abgewiesener Liebhaber hatte ihren Schirm ein paar Tage bei sich zu Hause und hat ihn so manipuliert, dass sie beim nächsten Sprung gestorben ist.

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Frage 5: In der 37. Minute sagt Jules: „Ich springe ja nicht, um zu sterben, sondern um zu leben.“ Pathetische Formulierung eines Adrenalinjunkies oder realistischer Ausdruck des Lebensgefühls eines Fallschirmspringers?

Faber tröstet Martin, den Sohn des tödlich verletzten Leo Janek.
Faber tröstet Martin, den Sohn des tödlich verletzten Leo Janek. : Bild: WDR/Thomas Kost

Antwort von Regine, Fallschirmspringerin am Flugplatz Marl:

Es gibt den Spruch: „Luftsportler sind glücklicher, weil sie der Sonne öfter näher sind.“ Das finde ich ganz schön und das trifft das Lebensgefühl auch gut. Ich würde nicht schon seit 20 Jahren springen, wenn ich jedes Mal Angst haben müsste, dass der Schirm nicht aufgeht. Insofern drückt das Zitat das Lebensgefühl eines Fallschirmspringers gut aus.

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Frage 6: Kommissarin Nora Dalay lässt sich auf eine Affäre mit Jules ein – ohne ihn darüber aufzuklären, dass sie Polizistin ist und ohne ihre Vorgesetzten zu verständigen. Wie unprofessionell ist das?

Ist das Adrenalin nach dem Sprung schuld? Nora fühlt sich zu Jules hingezogen.
Ist das Adrenalin nach dem Sprung schuld? Nora fühlt sich zu Jules hingezogen. : Bild: WDR/Thomas Kost

Antwort von Kim Ben Freigang:

Beweissichere Ermittlungen der Polizei erfordern sicherlich auch immer eine möglichst professionelle Distanz der Beamten zu Tatverdächtigen. Eine heimliche Affäre ist hier sicherlich schwer mit der geforderten Distanz zu vereinbaren und führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu deutlichen Interessenskonflikten.

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Frage 7: Als Hauptkommissarin Bönisch von der Affäre erfährt (112. Minute), muss Nora ihren Dienstausweis abgeben. Was wären in der Realität die Folgen?

Wer hat den Fallschirm von Leo Janek manipuliert? Wer hatte ein Motiv? Dortmund ermittelt.
Wer hat den Fallschirm von Leo Janek manipuliert? Wer hatte ein Motiv? Dortmund ermittelt. : Bild: WDR/Thomas Kost

Antwort von Kim Ben Freigang:

Das kommt darauf an und kann pauschal schwer beantwortet werden. Fraglich ist, ob eine dienstliche Verfehlung vorliegt. Die Entbindung von dem konkreten Fall wäre aber sicher erfolgt. Im Falle eines konkreten Dienstvergehens, was hier nicht auszuschließen wäre, könnte auch die Einleitung eines Disziplinarverfahrens stehen.

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Frage 8: Im Film sind die Fallschirmspringer auch Base Jumper. Ist das in der Realität auch so?

Joana, Jules und Frank gehen regelmäßig gemeinsam zum Fallschirmspringen. Jetzt ist ihr gemeinsamer Freund Leo tot.
Joana, Jules und Frank gehen regelmäßig gemeinsam zum Fallschirmspringen. Jetzt ist ihr gemeinsamer Freund Leo tot. : Bild: WDR/Thomas Kost

Antwort von Regine, Fallschirmspringerin am Flugplatz Marl:

Da gibt es schon einige, auch bei uns in Marl, aber das ist eher eine kleine Gruppe. Den Base Jumpern fehlt der Reserveschirm. Wenn die ein Problem haben, haben sie gleich ein richtiges. Außerdem wird der Schirm anders gepackt. Und man braucht eine gewisse Erfahrung, also eine gewisse Sprungzahl – jedenfalls wenn man verantwortungsvoll damit umgeht. Die Gefahr ist beim Base Jumpen einfach größer.

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