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Tatort-Sicherung : Wie sicher ist ein Festspielhaus wie Bayreuth?

  • -Aktualisiert am

Hauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) muss im Bayreuther Festspielhaus einen vermeintlichen Amokläufer stoppen – während der laufenden Vorführung. Bild: Bayerischer Rundfunk

Ein Anwalt läuft Amok und erschießt im neuen „Tatort“ aus Bayreuth zu jeder vollen Stunde einen Menschen – mit blutigem Finale im Festspielhaus. Muss das Wagner-Fans auf dem Grünen Hügel beunruhigen?

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          Thomas Peters (Thorsten Merten) erhebt während einer laufenden Gerichtsverhandlung eine Waffe gegen den vorsitzenden Richter. Um punkt 14 Uhr drückt er ab.

          Während die Kommissare Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Voss (Fabian Hinrichs) noch über das Motiv des zuvor völlig unauffälligen Rechtsanwaltes rätseln, erschießt er eine Stunde später eine Laborantin an der Bayreuther Universität.

          Erst in letzter Sekunde gelingt es der Ermittlerin, den Amokläufer während einer laufenden Aufführung von Wagners „Walküre“ im Festspielhaus aufzuspüren und mit einem Rettungsschuss auszuschalten.

          Die Organisatoren der Bayreuther Festspiele standen den Drehbuchschreibern beratend zur Seite – und wiesen im Gespräch dennoch darauf hin, dass einige Details aus dramaturgischen Gründen nicht korrekt sind. Welche genau? Das klärt die „Tatortsicherung“.

          ***

          Frage 1: Der Amokläufer kommt zu spät, die Vorführung hat bereits begonnen. Eine Mitarbeiterin im Foyer händigt ihm zwar das hinterlegte Ticket aus, weist jedoch darauf hin, dass der nächste Einlass erst in der Pause vor dem zweiten Akt möglich ist. Der Mann betritt dennoch die Loge, wo sein nächstes Opfer sitzt. Kann jeder mit einer Waffe ins Festspielhaus spazieren?

          Felix Voss, Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid) vor den geräumten Stuhlreihen des Bayreuther Festspielhauses.

          Antwort von Peter Emmerich (Sprecher der Bayreuther Festspiele):

          Natürlich nicht. Er wäre nicht einmal auf das Gelände gekommen. Der Grüne Hügel ist weiträumig abgesperrt und von der Polizei unter anderem mit sogenannten „Hamburger Gittern“ gesichert. In den vergangenen Jahren wurde die Polizeipräsenz auch stetig erhöht. Er wäre aufgefallen – vor allem wenn er sich, wie im „Tatort“ geschildert, durch einen Schuss aus dem Taxi befreit hätte, in das er vom Fahrer eingesperrt wurde, weil er die Fahrt nicht bezahlen konnte. Und selbst wenn er es bis ins Festspielhaus geschafft hätte, die Eintrittskarten werden bei uns nicht im Festspielhaus hinterlegt. Besucher müssen ihre Karten vorab an bestimmten Stellen in der Stadt abholen oder sie werden per Post zugesandt. Und er wäre zudem nicht ohne einiges an Aufsehen in die Loge gelangt, wie im Film gezeigt. Denn sobald die Aufführung beginnt, werden alle Türen von innen geschlossen und können von außen nicht geöffnet werden. Für den Notfall, etwa wenn es jemandem gesundheitlich schlecht geht, sind selbstverständlich Sanitäter anwesend und unsere Mitarbeiter können die Türen jederzeit öffnen. Zuspätkommende müssen aber leider in der Tat bis zur Pause vor dem nächsten Akt warten, bis sie eingelassen werden. Denn sowohl Künstler als auch Zuhörer sollen nicht gestört werden. Die Zuschauer können in einer Gefahrenlage aber natürlich jederzeit evakuiert werden. Ich habe mich ja selbst gespielt und bin vor das Publikum getreten, um die Aufführung abzubrechen. In der Realität musste ich das in meinen mittlerweile 30 Jahren als Sprecher der Festspiel zum Glück noch nie tun.

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          Frage 2: Gedreht wurde der aktuelle Franken-„Tatort“ im April 2018. In der Spielzeit im Sommer 2018 sah das Bühnenbild der „Walküre“ dann aber ganz anders aus als das im Film gezeigte. Wurde nicht in den echten Kulissen gedreht?

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