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„Tatort“ aus Mainz : Sie springen hin und her in der Zeit

  • -Aktualisiert am

Kein Anschluss unter dieser Nummer: Die Kommissare Martin Rascher (Sebastian Blomberg) und Ellen Berlinger (Heike Makatsch) verstehen hoffentlich nicht nur (Mainzer Haupt-)Bahnhof. Bild: SWR/Daniel Dornhöfer

Eine reiche Seniorin, deren beste Freundin mit einem sehr vorzeigbaren Ex-Häftling liiert ist, kommt ums Leben. Wurde ihr diese Verbindung zum Verhängnis? Im „Tatort: In seinen Augen“ scheint lange alles möglich.

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          So viel steht fest: Bibiana Dubinski (Ulrike Krumbiegel) ist nicht mehr am Leben. Aber was noch? Schwer zu sagen. Der neue „Tatort“ aus Mainz ist ein anstrengendes Rätsel, das nur mit Geduld gelöst werden kann, und das gilt sogar für den ersten, so mal gar nicht zu begreifenden Auftritt der Kommissare.

          Ellen Berlinger (Heike Makatsch) und Martin Rascher (Sebastian Blomberg) werden zum Auftakt dieses Falls nämlich nicht wie üblich zu einem von Spusi-Kollegen und Gerichtsmedizinern beherrschten Tatort gerufen. Sie kehren vielmehr zwei Wochen nachdem die Leiche der vermögenden Seniorin Bibiana Dubinski gefunden wurde, noch einmal in die Villa der Toten zurück. Reden über Dinge, die ihnen bei der Erstbesichtigung des Tatorts entgangen sind.

          Die Staatsanwältin ist schlecht gelaunt

          Dann überschlagen sich die Ereignisse: Unsere Spürnasen stoßen im Gebäude auf einen Mann, der augenblicklich zu fliehen versucht, setzen ihm nach und nehmen ihn fest. Es ist der Ex-Knacki Hannes Petzold (Klaus Steinbacher), den Berlinger offensichtlich schon länger verdächtigt hat. Die schlecht gelaunte Staatsanwältin Jasmin Winterstein (Abak Safaei-Rad) ist trotzdem über die Verhaftung erbost: „Was war an ,Verfahren eingestellt‘ denn nicht zu verstehen?“

          Rückblenden setzen ein, mit denen die Geschichte stärker Konturen annimmt – Zeitsprünge in Hülle und Fülle. Als Ausgangslage ergibt sich: Bibiana Dubinski war eine einsame Frau. Sie hatte zwar eine gleichaltrige Freundin, die kultivierte Charlotte Mühlen (Michaela May), und gemeinsam verbrachten die beiden Seniorinnen lustige Stunden mit und ohne Schampus am Pool.

          Aber Dubinski sehnte sich nach einem Mann – und zwar einem aus Fleisch und Blut. Einem jungen Liebhaber, wie ihn Mühlen eines Tages in Person des aalglatten Hundebestatters Hannes Petzold vorweisen konnte. „Ich hab auch einen Garten!“, hauchte sie Petzold entgegen, als er mit nacktem Oberkörper im Garten ihrer Freundin Charlotte Mühlen mit einem Wasserschlauch operierte.

          Trailer : „Tatort: In seinen Augen“

          Wurde ihr das zum Verhängnis? Oder war der Tod der zuckerkranken Dubinski doch nur ein tragisches Unglück? In diesem dritten, inhaltlich nicht weiter aufregenden, aber formal herausfordernden „Tatort“ aus Mainz (Buch Thomas Kirchner, Regie Tim Trageser) gibt es jedenfalls zwei Menschen, die für den Tod von Bibiana Dubinski aus Eifersucht oder Habgier verantwortlich sein könnten: Mühlen und Petzold. Steinbacher und May halten ihre Figuren so in der Schwebe, dass man alles für vorstellbar hält.

          Und nebenher erleben wir nicht nur ein Besäufnis von Ellen Berlinger oder eine Hungerattacke von Martin Rascher, nicht nur ein Team also, das weiter zusammenfindet und immer besser zusammenpasst, sondern eine Sexszene, die man in dieser Kombination von Alter und Geschlecht im Fernsehen sonst eher selten vor Augen geführt bekommt.

          Tatort: In seinen Augen läuft am Sonntag, 20.15 Uhr im Ersten.

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