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Kritik am Dortmunder „Tatort“ : Eine Stadt fühlt sich gemobbt

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Einsatz im geplanten Vergnügungspark: die Kommissare Martina Bönisch (Anna Schudt) und Jan Pawlak (Rick Okon) mit dem Einsatzleiter Bild: WDR/Thomas Kost

Er gebe die Menschen einer Region der Lächerlichkeit preis und sei außerdem in Duisburg gedreht: In einem Brief an WDR-Intendant Tom Buhrow übt der Dortmunder Oberbürgermeister Kritik am jüngsten „Tatort“.

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          Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat die jüngste „Tatort“-Ausgabe „Zorn“ als klischeehaft und als „Mobbing“ gegenüber Stadt und Bewohnern kritisiert. In einem Brief an WDR-Intendanten Tom Buhrow schrieb der SPD-Politiker, auch ein Krimi-Drehbuch müsse „ein Mindestmaß an Bezug zur Realität vorweisen“. Aber: „Es ist eine plumpe Darstellung ohne jedwede regionalen Kenntnisse.“ Eine Sprecherin des Senders bestätigte an diesem Dienstag den Eingang des Schreibens, das die Stadt am Vorabend auch an die Medien verschickt hatte.

          Sierau monierte, über die Handlungsorte Dortmund und Marl und die gesamte Region sei ein nicht zutreffendes Bild vermittelt worden. Der Strukturwandel werde ausgeblendet. „Die Macher dieser Folge geben die Menschen einer Region der Lächerlichkeit preis, indem sie diese Bier trinkend in Trainingsanzügen vor heruntergekommenen Häusern herumstehen lassen.“ Der WDR disqualifiziere auch „sich selbst als produzierender Sender“. Gedreht worden sei der Film zudem in Duisburg.

          In einer Stellungnahme erwiderte der WDR, der Sender zeige in den Dortmunder „Tatort“-Folgen „ein vielschichtiges Bild der Stadt“. Durch Zuspitzungen und Verdichtungen könnten „einzelne Szenen von den einen als Klischees empfunden werden, von anderen als realitätsnahe Darstellungen“. Bei den letzten öffentlichen Vorführungen habe es „sehr viel Applaus“ gegeben – in Dortmund.

          Die Dortmunder „Tatort“-Kommissare Peter Faber (Jörg Hartmann) und Martina Bönisch (Anna Schudt) ermitteln in „Zorn“ den Mord an einem früheren Bergmann. Durchschnittlich 9,22 Millionen Zuschauer hatten die Folge am Sonntag im Ersten verfolgt.

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