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Tatort-Sicherung : Kann man eine Schwangerschaft verdrängen?

  • -Aktualisiert am

„Wo ist das Baby?“, fragt Kommissarin Lindholm die Charlotte (Maria Furtwängler) die 15 Jahre alte Julija Petkow (Lilly Barshy). Bild: NDR/Christine Schroeder

Im neuen „Tatort“ aus Niedersachsen lösen die Ermittler ein Familiendrama rund um ein verschwundenes Baby. Wie realistisch sind die Details?

          Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) hatte es nicht leicht in jüngster Zeit. Ihr letzter Fall endete im Selbstmord des Verdächtigten, als Konsequenz verlor sie ihre Stelle am LKA Hannover und wurde zur Kriminalpolizei Göttingen strafversetzt. Leicht fällt ihr der Jobwechsel nicht: Sie hadert mit der Versetzung, kann die neue Stadt nicht ausstehen, und mit den Kollegen, allen voran die temperamentvolle Anaïs Schmitz (Florence Kasumba), kommt sie nicht zurecht.

          Auch ihr erster Fall am neuen Arbeitsplatz hat es in sich. Direkt nach Lindholms Ankunft in Göttingen werden die Ermittler zu einer blutverschmierten Schulumkleide gerufen. Die Hinweise deuten darauf hin, dass dort eine Frau ein Baby bekommen hat. Mutter und Kind sind jedoch verschwunden.  

          Aufgrund des ungewöhnlichen Geburtsorts und der rätselhaften Umstände gehen die Ermittler davon aus, dass die Mutter die Geburt geheim halten wollte. Sie tippen auf eine Schülerin der angrenzenden Schule. Ein Gespräch mit der Direktorin ergibt, dass als Mutter des Babys die 15 Jahre alte Julija Petkow (Lilly Barshy) in Frage kommt. Das Mädchen wurde von ihren Mitschülern immer wieder wegen ihrer Gewichtszunahme gehänselt, noch dazu war sie seit Tagen nicht im Unterricht. Doch nur wenige Stunden, bevor die Ermittler am Tatort eintrafen, wurde sie mit offensichtlichen Schmerzen auf dem Schulgelände gesehen.  Seither fehlt von ihr jede Spur.  

          Der Sonntagabendkrimi im Realitätstest.

          ***

          Frage 1: Charlotte Lindholm wurde nach einem Disziplinarverfahren vom LKA Hannover zur Kriminalpolizei Göttingen „zwangsversetzt“. Sie kündigt an, rechtlich gegen die Versetzung vorzugehen. Welche Möglichkeiten hätte sie?

          Göttingen als Strafe: Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) arbeitet jetzt mit Gerd Liebig (Luc Feit) zusammen.

          Antwort von Gero Geißlreiter (Rechtsanwalt für Beamtenrecht, Göttingen):

          Grundsätzlich ist die Versetzung gegen den Willen des Beamten keine Disziplinarmaßnahme. Ein Disziplinarverfahren kann jedoch dem Dienstherrn Anlass geben, den Beamten aus dienstlichen Gründen an eine andere Dienststelle zu versetzen. Gegen ihre Versetzung muss Frau Lindholm gemäß § 105 des Niedersächsischen Beamtengesetzes (NBG) rechtzeitig Klage einreichen. Gegebenenfalls kann sie auch einen Eilantrag anhängig machen mit dem Ziel, dass das Gericht vorläufig die Versetzungsentscheidung des Dienstherrn aussetzt, bis es in der Hauptsache über die Versetzung – die einen Verwaltungsakt darstellt – entschieden hat. Aber erst einmal muss Frau Lindholm der Entscheidung ihres Dienstherrn nachkommen und sich zum Dienstantritt in Göttingen melden.

          ***

          Frage 2: Während der Ermittlungen rund um das verschwundene Baby äußert Lindholm den Verdacht, Julija Petkow könnte von ihrer Schwangerschaft nichts gewusst haben. Ist es denkbar, dass eine Frau eine Schwangerschaft einfach nicht bemerkt oder „verdrängt“?

          Grausiger Fund in der Umkleidekabine

          Antwort von Dr. med. Claudia Schumann (Frauenärztin und Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dresden):

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