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Afghanistan : Taliban verbieten Frauen in Filmen und Serien

  • Aktualisiert am

Bild aus dem neuen, alten Afghanistan: Talibankämpfer und vollverschleierte Frauen, unterwegs in Kabul Mitte September dieses Jahres. Bild: VICTOR J. BLUE/The New York Time

Die Taliban setzen den Umbau der afghanischen Gesellschaft radikal fort. Jetzt verbieten sie, dass Frauen in Filmen und Fernsehserien zu sehen sind.

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          Hat wirklich jemand geglaubt, die Taliban würden ein „liberaleres“ Regime führen, als sie es vor mehr als zwanzig Jahren in Afghanistan taten? Täglich dringen Meldungen über die Unterdrückung der Menschenrechte nach außen, über die Verfolgung von Journalisten, insbesondere von Frauen.

          Nun haben die Taliban offiziell verkündet, dass im Fernsehen keine Filme und Serien mehr laufen dürfen, in denen Frauen eine Rolle spielen oder die der  Scharia und „afghanischen Werten“ widersprächen. Darauf lautet eine Anweisung des Ministeriums für die Förderung der Tugend und Verhütung des Lasters, die am Sonntag erging. Der Sprecher des Ministeriums, Mohammed Sadik Asif, bestätigte am Montag die Direktive.

          Heimische oder ausländische Filme, die fremde Kulturen und Traditionen in der afghanischen Gesellschaft verbreiteten und „Sittenlosigkeit“ verursachten, müsse man stoppen. In Unterhaltungsprogrammen dürfe zudem niemand „beleidigt“ werden. Moderatorinnen oder Reporterinnen dürfen noch vor die Kamera, allerdings nur mit Hidschab.

          In Afghanistan sind vor allem türkische, indische und iranische Seifenopern beliebt, seltener werden US-Serien oder Filme gezeigt. Bereits zuvor gab es von Klerikern in dem Land Kritik an Programmen, in denen etwa Frauen ihre Ehepartner selbst wählten und diese ihnen nicht aufgezwungen wurden. Die Serien verführten die Jugend, hieß es. Auch Satireprogramme sind in Afghanistan sehr beliebt. Die Sendungen nahmen etwa die ehemalige Regierung von Aschraf Ghani, korrupte Beamte oder das Militär aufs Korn.

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