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Tagesschau zeigt zu viel Bein : „Tut mir leid, Frau Suding“

  • -Aktualisiert am

Katja Suding auf dem Dreikönigstreffen der FDP Bild: dpa

Die FDP hat es im Moment aber auch nicht leicht: Alles was vom Dreikönigstreffen der Partei übrig bleibt, sind die Gespräche über Katja Sudings Beine, die man in Gänze in der Tagesschau betrachten konnte.

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          Caspar, Melchior und Balthasar staunten nicht schlecht über die Tagesschau des 6. Januars. Wie immer wurden in der Hauptnachrichtensendung die aktuellen Neuigkeiten in Deutschland und der Welt zusammengefasst und für die wohnzimmerliche Couch aufbereitet. Die Zwanzig-Uhr-Routine ging ganz normal los, mit der Erkennungsmelodie, der Begrüßung der Sprecherin Susanne Daubner und dem ersten Nachrichtenbeitrag.

          Nach fünf Minuten – wir befinden uns inzwischen im zweiten Beitrag – überrascht die Sendung mit einem besonderen visuellen Manöver: Der Kameraschwenk über Katja Sudings überschlagene Beine im Beitrag des Dreikönigstreffens der FDP.  Ein Imagefilm der Liberalen hätte es vermutlich genauso getan, um die Partei wieder attraktiv zu machen: Die Kamera fokussiert dynamisch halb von der Seite die hohen Absätze und dazugehörigen Beine der Fraktionsvorsitzenden in der Hamburgischen Bürgerschaft. Dann setzt sie sich langsam in Fahrt nach oben, um die dazugehörige Dame zu zeigen. Fast schaut der Zuschauer ins Leere, sitzt Katja Suding selbst doch am Bildrand, und nur ein Schwenk nach rechts im letzten Moment fängt auch noch ihr Gesicht ein. Das war knapp. Manöver erfolgreich, alles drin, Schnitt, alles gut.

          Tagesschau : Sudings Beine

          Wirklich? Nicht ganz. Die Tagesschau sah wohl selbst ein, dass dieser kleine Kameraschwenk zu sehr wie aus einem alten „Die Nackte Kanone“-Film aussah, in dem man Leslie Nielsens Perspektive einnimmt, während er sich mit offenem Mund an den Frauenbeinen einer femme fatale ergötzt. Nun ist die FDP nicht unbedingt für ihr Sexappeal oder ihren Humor bekannt, der Rückgriff auf derlei delikate retrocineastische Methoden ist also nicht unbedingt passend. Im Tagesschau-Blog entschuldigt sich Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell und somit auch der „Tagesschau“ und der „Tagesthemen“, für diesen Exkurs und bekennt sogar, dass der Fauxpas im Vorfeld schon hätte auffallen müssen. Dann hätte man ihn selbstverständlich rausgenommen. „Der Beine-Schwenk gehört auf den Index. Tut mir leid, Frau Suding.“

          In der Nachbereitung der Ausstrahlung erfolgt auch jedes Mal eine Sendungskritik, schreibt Gniffke. Dabei ginge es stets um „die inhaltliche Gewichtung der Themen, unsere Meldungstexte, die Illustrationen oder die Machart der Reporterberichte“. Doch am Abend des Dreikönigstags ging es nur um diesen einen Kameraschwenk. Gniffke findet einen schönen Ton für seine Entschuldigung. Und verweist selbst auf die „Aufschrei“-Vorkommnisse aus dem Jahr 2013. Die Tagesschau wollte niemanden empören, erklärt Gniffke und schiebt sogar progressiv nach: „Wobei ich gar nichts dagegen habe, wenn sich Leute während der Tagesschau empören über die FDP, Pegida, die NSA oder sonst was. Aber bitte nicht über die Art und Weise, wie wir Menschen filmen.“

          Katja Suding nahm die Entschuldigung der „Tagesschau“ gerne an und – mit Humor. „Jetzt weiß jeder, dass ich mit meinen sportlichen Beinen die Fünf-Prozent-Hürde mit Sicherheit überspringen werde, ganz locker“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Jeder weiß aber auch, dass man mit schönen Beinen keine Wahlen gewinnt, sondern mit guter Politik, und die machen wir.“

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