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Hosengate : Zeigt her eure Beine

Eins, zwei, Wiegeschritt: Bei der „Tagesschau“ wird jetzt getanzt. Neben den Tischen. Bild: ARD

Bald können die Moderatoren der „Tagesschau“ nicht mehr barfuß oder in Bermuda-Shorts ins Studio gehen. Von Sonntag an sehen wir nämlich ihre Beine. Auf diese Sensation hat die Welt gewartet.

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          Was für ein Affentanz, pardon: Cancan, den die ARD-Nachrichtenmoderatoren da auf Facebook aufführen. „Der ganze Mensch - die ganze Wahrheit: Tagesschau“ verkündet der Ringelpietz der Sendung in eigener Sache und zeigt ein kurzes Video, in dem die Köpfe der „Tagesschau“-Köpfe auf die Körper von Beine schwingenden Damen wie aus dem Moulin Rouge montiert sind.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Warum die Wallung? Weil die Redaktion „ARD aktuell“ am Wochenende das Rätsel um die Beine ohne Oberleib, die am vergangenen Sonntagabend in den „Tagesthemen“ herumstanden, auflösen will. Darauf hat die Welt gewartet. Dafür stehen sich Millionen Zuschauer die Beine in den Bauch. In den sozialen Netzwerken kursiert der Hashtag „Hosengate“.

          Es läuft darauf hinaus, dass die Sprecher der „Tagesschau“ bald nicht mehr die ganze Sendung über hinter Tischen hocken, sondern nach dem Wetterbericht auch einmal seitlich neben ihnen stehen. Mehr Bein zeigen: Das tun die Kollegen bei den „Tagesthemen“ ja auch schon. Für den Chefredakteur von „ARD aktuell“, Kai Gniffke, ist das anscheinend ein großer Schritt. „Erstmals seit 63 Jahren werden die Zuschauer die Beine des ,Tagesschau´-Sprechers sehen“, sagte Gniffke dem „Tagesspiegel“. „Wenn die Sprecherinnen und Sprecher nach dem Wetterbericht die Schwerpunkte der ,Tagesthemen' ankündigen, werden sie seitlich am Tisch stehen, so dass wir die Themenankündigung mit großformatigen Fotos auf der Medienwand illustrieren können. Dann folgt der Abspann, und die Präsentatoren sind von Kopf bis Fuß zu sehen.“

          Die können das schon: Die Wettervorhersager der ARD Claudia Kleinert, Sven Plöger und Karsten Schwanke (von links) müssen sich nicht umstellen.
          Die können das schon: Die Wettervorhersager der ARD Claudia Kleinert, Sven Plöger und Karsten Schwanke (von links) müssen sich nicht umstellen. : Bild: ARD/Cumulus

          Von Kopf bis Fuß auf Nachrichten eingestellt. Aber ist das eine Nachricht? Ist es natürlich nicht. Die Nachricht zu übermitteln, statt sich selbst in den Vordergrund zu spielen, ist die eigentliche Aufgabe der Nachrichtenjournalisten, möchte man meinen. Das scheint bei dem selbstinszenatorischen Bohei gerade eher in den Hintergrund zu rücken. Vielleicht sollte das ARD-aktuell-Team darüber nachdenken, gleich ganz die Seiten zu wechseln. Und bei der „heute-show“ anheuern.

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