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ARD-Anstalt im Umbruch : SWR-Intendant gibt Amt früher ab

  • Aktualisiert am

Will früher sein früher Amt niederlegen: SWR-Intendant Peter Boudgoust Bild: obs

Alles hat seine Zeit, sagt der Chef der zweitgrößten ARD-Anstalt. SWR-Intendant Boudoust kündigt überraschend seinen Abschied an - er will früher Platz machen für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger.

          Der Intendant des Südwestrundfunks (SWR), Peter Boudgoust, nimmt vorzeitig seinen Hut. Der 63 Jahre alte Jurist kündigte am Freitag überraschend an, dass er sein Amt im kommenden Jahr abgibt. „Alles hat seine Zeit. Auch wenn ich persönlich sehr am SWR hänge, es geht eben nur bedingt um mich“, sagte Boudgoust nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders bei der Sitzung des Rundfunkrates in Mainz. „Ich werde im nächsten Jahr mein 65. Lebensjahr vollenden. Auch wenn meine dritte Amtszeit als Intendant des SWR über dieses symbolträchtige Ereignis hinausreicht, hielte ich es für Hybris, bis zum letztmöglichen Tag den Kurs bestimmen zu wollen.“

          Boudgoust leitet die zweitgrößte ARD-Anstalt seit 2007. Wer ihm folgt, steht laut Sender noch nicht fest. „Ich möchte den Staffelstab dann übergeben, wenn der Kurs der kommenden Jahre ohne Vorfestlegung bestimmt und meine Nachfolgerin oder mein Nachfolger die Vorbereitung darauf noch nach eigenen Überlegungen und strategischen Einschätzungen gestalten kann“, sagte der Intendant laut Mitteilung. Die Neuwahl ist für die erste Jahreshälfte 2019 geplant. Der Rundfunkrat und der Verwaltungsrat wählen den Intendanten.

          Boudgoust bleibt bei Arte

          Boudgoust ist auch Präsident von Arte - das will er nach heutigem Stand bis zum Ende des Mandats Ende 2020 weiter bleiben.

          Der SWR-Intendant hat maßgeblich den multimedialen Umbau des Senders vorangetrieben. Nach seiner Überzeugung geht es dabei um den wichtigsten Veränderungsprozess der Geschichte des SWR. In seine Amtszeit fällt ein harter Sparkurs. Im Jahr 2010 kündigte Boudgoust an, innerhalb von zehn Jahren mindestens 15 Prozent der Kosten einsparen zu wollen. So hat er das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg vor rund zwei Jahren zum SWR Symphonieorchester zusammengelegt, was ihm auch Kritik einbrachte.

          Der gebürtige Mannheimer ist studierter Jurist. Er startete seine berufliche Laufbahn zunächst beim Land Baden-Württemberg in verschiedenen Funktionen, bis er 1995 zum Süddeutschen Rundfunk (SDR) kam und Finanzdirektor und Justiziar wurde. Als SDR und SWF zusammengingen, wurde Boudgoust 1998 Verwaltungsdirektor des neuen Südwestrundfunks. Neun Jahre später wurde er Nachfolger von Peter Voß als Intendant. Von 2009 bis 2010 war er Vorsitzender der ARD. Im Juli 2016 wurde Boudgoust für eine dritte Amtszeit gewählt, die im Mai vergangenen Jahres begann. Sie dauert fünf Jahre, das heißt, Boudgoust wäre regulär noch bis 2022 im Amt.

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