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Springer und LGBTIAQ-Community : Streit um Transgender-Text in der „Welt“

  • Aktualisiert am

Vorstandsvorsitzender von Axel Springer: Mathias Döpfner. Bild: dpa

In der „Welt“ kritisieren fünf Gastautoren die angebliche Transgender-Ideologie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Daraufhin wird der Springer-Konzern von der queeren Jobmesse „Sticks & Stones“ ausgeladen. Nun schaltet sich Springer-Chef Döpfner ein.

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          Ein Meinungsbeitrag in der Tageszeitung „Die Welt“ hat für eine Kontroverse gesorgt, in die sich der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner mit einem öffentlichen Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeschaltet hat. In dem kritisierten Beitrag erheben die Autoren Rieke Hümpel, Uwe Steinhoff, Antje Galuschka, Alexander Korte und Marie Vollbrecht den Vorwurf, ARD und ZDF indoktrinierten „unsere Kinder“. Die Autoren machen im Programm „Transgender-Ideologie in der ,Sendung mit der Maus’, Videos zu Penisentfernung oder Drogen-Sex“ aus. Nach Ansicht des Springer-Chefs ist der Text in der Sache „unterirdisch“.

          „Pauschal“ würden „die“ öffentlich-rechtlichen Sender „für ihre Berichterstattung über transsexuelle Identitäten bei Kindern und Jugendlichen kritisiert. Pauschal“ werde „impliziert, dass es nur zwei Geschlechtsidentitäten gibt. Wissenschaftlich ist der Text bestenfalls grob einseitig.“ Der „ganze Ton“ sei „oberflächlich, herablassend und ressentimentgeladen. Nicht weit entfernt von der reaktionären Haltung: Homosexualität ist eine Krankheit.“

          Ausladung folgte prompt

          Ob es richtig gewesen sei, den Beitrag zu veröffentlichen, lässt Döpfner dahingestellt, tritt aber für die Meinungsvielfalt ein, die auch hier gelte und verweist darauf, dass es sich hier um einen Gastbeitrag handele. Deshalb kritisiert er auch die Uhlala-Group, die den Springer-Verlag wegen des besagten Gastbeitrags in der „Welt“ von der queeren Jobmesse “Sticks & Stones“ ausgeladen hat.

          Der Uhlala-Chef Stuart Bruce Cameron hatte den gesamten Springer-Konzern mit dem Zeitungsbeitrag identifiziert und geschrieben, in dem Artikel würden „LGBTIQ+ feindliche Aussagen getätigt und Falschinformationen verbreitet“. Zudem werde „Stimmung gegen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sowie deren Repräsentanz gemacht. Der Artikel schadet LGBTIQ+ Menschen und vergiftet die öffentliche Debatte.“

          „Wir als Uhlala Group“, so Cameron weiter, „distanzieren uns ausdrücklich von dem genannten Artikel der Tageszeitung Die Welt sowie von der Axel Springer SE, unter deren Dach dieser Beitrag erschien. Vor diesem Hintergrund können wir unsere bisher bestehende Zusammenarbeit mit der Axel Springer SE nicht weiterführen.“

          Gegen diesen nicht untypischen Cancel-Reflex wiederum bezieht Springer-Chef Döpfner Stellung. Wegen eines Gastbeitrag in einer Zeitung würden „18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Unternehmens pauschal in Mithaftung genommen“. Und das, obwohl der Konzern die queere Jobmesse seit 2010 unterstütze und in LGBTIAQ-Themen engagiert sei. Dies sei ein (ungutes) Beispiel für die „Polarisierung von Politik und Gesellschaft“ und fehlende Streitkultur. Der Uhlala-Geschäftsführer Cameron sei von der Redaktion der „Welt“ eingeladen worden, „eine ausführliche Gegenposition“ zu vertreten.

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