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„Stern“-Cover zu Trump : Hitlergruß

„Sein Kampf“? Der „Stern“ kommt bei Donald Trump gleich auf Hitler. Bild: Verlag

Donald Trump ist immer für eine Titelstory gut. Das Cover des neuen „Stern“ mit dem Slogan „Sein Kampf“ zeugt jedoch von fehlendem historischen Bewusstsein. Aus der Pleite mit den „Hitler-Tagebüchern“ hat man in Hamburg nicht gelernt. Ein Kommentar.

          Donald Trump sorgt für gute Lesequoten und Hitler geht immer. Wie groß muss erst das Aufsehen sein, wenn man Trump auf der Titelseite mit Hitlergruß zeigt und darunter schreibt: „Sein Kampf“? Maximale Aufmerksamkeit ist garantiert und die bekommt der „Stern“ für sein Cover in dieser Woche auch. Könnte damit aber auch den Preis für die stumpfsinnigste Titelei des Jahres gewinnen.

          Bei einem Blatt, das vor Zeiten (1983) den gefälschten Hitler-Tagebüchern aufgesessen ist und damit die journalistische Pleite der Nachkriegszeit gelandet hat, scheint weder das historische Bewusstsein gewachsen zu sein noch ein Sinn für Distinktion. Trump „mit Hitlergruß und dem Untertitel ,Sein Kampf‘ abzubilden, verharmlost das eliminatorische Wirken der Nationalsozialisten und relativiert Hitlers ideologische Propagandaschrift ,Mein Kampf‘“, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, gegenüber dem „Tagesspiegel“.

          Mit dem Bild ist das Hamburger Magazin nicht mehr so weit entfernt von all den Darstellungen Angela Merkels in NS-Kluft, die nationalistische Blätter in Polen genauso wie zuletzt gehäuft in der Türkei (der hetzerischen Rhetorik Erdogans folgend) zeigen. Dass derartige reißerische Aufmachung Trumps Unterstützer in ihrer Meinung über die Presse nur bestärkt, scheint in Hamburg auch keiner kapiert zu haben.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

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