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Personalwechsel bei Springer : Wer ist denn nun der Chef?

In Pension gehen die anderen: Stefan Aust fängt bei Springer als Chefredakteur an. Bild: Frank Röth

Bei Springer ist was los: Stefan Aust übernimmt die „Welt N24“-Gruppe, der bisherige Chefredakteur Jan-Eric Peters macht das digitale „Upday“. Formiert sich so eine Mannschaft, um die ganz großen Onlinekonzerne herauszufordern?

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          Den Job kennt er und kann er: Stefan Aust wird zum 1.Januar 2016 Chefredakteur der „Welt N24“-Gruppe. Bislang wirkt er bei Springer als Herausgeber und arbeitet als solcher mit dem jetzigen „Welt“-Chef Jan-Eric Peters eng zusammen. Der wird – und das ist die eigentliche Nachricht – „Chief Product Officer“ und stellvertretender Vorstandschef von „Upday“, der neuen Plattform für mobil dargebotene Nachrichteninhalte, die Springer gerade gemeinsam mit Samsung ins Leben gerufen hat. Deren Gesamtleitung übernimmt Peter Würtenberger.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          „Upday“ ist ein wesentlicher Bestandteil von Springers Digital-Strategie, die darauf abzielt, zu den Ersten zu gehören, die als Anbieter da sind, wohin es das Nachrichtenpublikum mit Tempo zieht: auf dem Tablet und vor allem auf dem Smartphone. Dafür bringen Springer und Samsung die nötige Technik und die Inhalte zusammen. Die Mannschaft, die vor allem der News-App von Apple Konkurrenz machen wird, kennen wir jetzt auch.

          Inhalte in diese Richtung zu steuern ist seit langem das Metier von Jan-Eric Peters. Er hat Springers „blaue Gruppe“ nach dem Motto „online to print“ darauf getrimmt, die im Verein mit dem Nachrichtensender N24 über sämtliche Abspielformate des Journalismus verfügt – Online, Papier, Fernsehen.

          Stefan Aust, der von den stellvertretenden „Welt“-Chefs Ulf Poschardt und Arne Teetz unterstützt wird, agiert derweil als Herausgeber nicht wie ein elder statesman, wie man vermuten könnte, sondern bringt die großen Geschichten ins Blatt, so etwa eine Recherche zu der rechtsextremen Terrorzelle NSU. Solche Stücke hatte in früheren Zeiten das Magazin „Spiegel“ zu bieten, als Aust dort Chefredakteur war. Das war er von 1994 bis 2008. 2010 wurde er Teilhaber und Geschäftsführer des Senders N24; als dieser 2014 von Springer übernommen wurde, avancierte Aust zum Herausgeber der „Welt“.

          Der Mann fürs Digitale: Jan-Eric Peters.

          Dass er nun oder nur „kommissarisch“ auch Chefredakteur ist, wie Springer mitteilt, wird die „Welt“-Redaktion im Alltag nicht merken. Aust brennt mit seinen 69 Jahren für gute journalistische Geschichten so, als stünde er gerade am Beginn seiner Karriere.

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