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Neuer Schweiz-„Tatort“ : Zürich lässt sich den Krimi etwas kosten

Spielen die neuen Kommissarinnen: Carol Schuler (links) und Anna Pieri Zuercher. Bild: dpa

Der „Tatort“ aus der Schweiz erhält nicht nur neue Hauptdarstellerinnen. Die Produktion zieht von Luzern nach Zürich um. Dafür gibt die Bankenstadt sogar öffentliches Geld aus.

          Den „Tatort“ aus der Schweiz halten viele für ein Ärgernis, nicht nur für deutsche Zuschauer, denen er meist im Sommer zugemutet wird, wenn die Einschaltquoten nicht so hoch sind. Stefen Gubser, der als Schweizer Kommissar viel Kritik einstecken musste, wird abgewickelt. Auf seinen unfreiwilligen Abgang hat er mit einem Rundumschlag reagiert. Dem Schweizer Fernsehen wirft er Verrat vor, es habe ihm versprochen, dass er die Rolle bis zur Rente spielen dürfe. Die eidgenössische Kulturpolitik schlechthin macht er für die seit Jahren sinkenden Gagen der Schauspieler und die schlechte Qualität der Filme verantwortlich. Er selbst habe nicht spielen können, was nicht im Drehbuch stand, hält er seinen Kritikern entgegen: Die Rolle war schlecht, nicht der Darsteller.

          Jürg Altwegg

          Freier Autor im Feuilleton.

          Nach dem Aus für den erfolglosen „Tatort“ aus Luzern wird die nächste helvetische Staffel nach Zürich verlegt. Die Stadt lässt sich das, wie der „Tages-Anzeiger“ meldete, einiges kosten: Mit 1,6 Millionen Franken (1,45 Millionen Euro) will sie zwei Folgen subventionieren. Das ist ein beträchtlicher Teil der Produktionskosten. Die Finanzierung wird als Wirtschaftsförderung für den Standort Zürich verbucht. Gedreht wird in Affoltern, einem Quartier im Norden der Stadt, das als Problemviertel bekannt ist.

          Als Ermittlerinnen kommen die beiden jungen Schauspielerinnen Anna Pieri Zuercher und Carol Schuler zum Einsatz. Die Drehaufnahmen beginnen im November, die Ausstrahlung ist für die zweite Hälfte des kommenden Jahres geplant. Selbstverständlich wird jegliche Einflussnahme der Stadt auf die Filme ausgeschlossen. In Luzern allerdings hatte man sich stets darüber beklagt, dass die schönen Seiten der Gegend zu wenig gezeigt würden.

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