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Springer verklagt „Focus online“ : „Bild plus“ wehrt sich gegen Geschichtenklau

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„Dagegen müssen wir uns wehren“: Für Julian Reichelt, Chefredakteur der Digital-Angebote der „Bild“-Zeitung, geht es auch ums Grundsätzliche. Bild: Picture-Alliance

Die einen schreiben selbst, die anderen schreiben ab. Die einen wollen Geld von ihren Lesern, die anderen bringen die Geschichten umsonst. „Bild plus“ sieht sich systematisch von „Focus online“ bestohlen. Und zieht vor Gericht.

          Für Julian Reichelt, Chefredakteur der Digitalangebote der „Bild“-Zeitung, geht es um „das Wertvollste, was wir als journalistische Marke haben“ – und um nichts Geringeres als systematischen Diebstahl. Wie der Medienkonzern Axel Springer SE mitteilt, hat die „Bild“-Zeitung beim Landgericht Köln eine wettbewerbs- und urheberrechtliche Klage gegen „Focus online“ eingereicht. 

          Der Vorwurf: Das reichweitenorientierte Online-Angebot übernehme Geschichten, die exklusiv bei „Bild plus“, also nur für zahlende Leser erreichbar, veröffentlicht worden sind, um sie „ohne jedes redaktionelle Investment“ ebenfalls zu publizieren. Und wer sollte bei „Bild plus“ bezahlen wollen, was er nebenan umsonst angeboten bekommt?

          Den Redakteuren bei Springer waren zunächst Einzelfälle aufgefallen, sie hätten die Kollegen von „Focus online“, wie Reichelt sagt, „im Guten kritisiert“. Nach dem Abgleich sämtlicher „Bild plus“-Artikel mit den kostenlosen Inhalten des Konkurrenten über mehrere Monate kommt die „Bild“-Zeitung jetzt allerdings zur Feststellung, dass bei „Focus online“ systematisch abgeschrieben werde. Sie verlangt Unterlassung, Auskunft und Schadensersatzfeststellung – und misst dem Fall auch über die eigene Betroffenheit hinaus Bedeutung bei: „Focus online“ greife mit diesem Verhalten das Geschäftsmodell einer ganzen Branche an.

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