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Springer-Chef Mathias Döpfner : „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich absolut nicht so denke“

Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner Bild: dpa

Nach dem Fall des früheren Bild-Chefs Julian Reichelt steht der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner in der Kritik. Manche fordern seinen Rücktritt als Präsident der Zeitungsverleger. Was sagt er?

          9 Min.

          An einer Whatsapp-Nachricht von Ihnen entzündet sich breite Kritik. Darin schrieben Sie mit Blick auf den damaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt, die deutsche Presse und Politik, er sei „der letzte und einzige Journalist in Deutschland, der noch mutig gegen den neuen DDR-Obrigkeitsstaat aufbegehrt. Fast alle anderen sind zu Propaganda-Assistenten geworden“. Aus den Reihen des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungverleger (BDZV) werden Stimmen laut, die Ihren Rücktritt als Präsident des Verbands fordern. Treten Sie zurück?

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Ich glaube, der Verband hat viel erreicht in den letzten Jahren und dazu beigetragen, dass wir auf europäischer Ebene eine der wichtigsten Grundlagen für digitalen Journalismus in der Zukunft haben. Ich glaube aber auch, das Wichtigste liegt noch vor uns. Unsere Hauptziele für die nächsten Jahre sind: Die Infrastruktur der Zeitungszustellung sicherstellen. Die Expansion der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im Netz und vor allem in der regionalen und lokalen Berichterstattung beschränken. Eine faire Regulierung und Besteuerung internationaler Tech-Konzerne durchsetzen. Und Lizenzeinnahmen als dritte Säule der Finanzierung von Journalismus neben Vertriebs- und Werbeerlösen fest etablieren. Aber wenn eine Mehrheit der Mitglieder findet, dass ich durch eine sehr unglückliche Formulierung in einem privaten Meinungsaustausch zur Belastung für den Verband geworden bin, dann werde ich das selbstverständlich akzeptieren.

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