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Bundesliga-Medienrechte : Im geheimen Poker droht der Sportschau das Aus

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Jessy Wellmer moderiert die ARD-Sportschau am Samstag. Bild: Picture-Alliance

Die Sportschau in der ARD am Samstag ist eine der großen Marken der Bundesliga. Nun aber könnte die Kultsendung bei der Vergabe der neuen Rechte leer ausgehen – zumal die Zuschauerzahlen Rätsel aufgeben.

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          Im geheimen TV-Poker der Fußball-Bundesliga geht es in dieser Woche um den Liebling der Fans. Keine andere Sportsendung lockt Woche für Woche so viele Fußballanhänger vor den Bildschirm wie die „Sportschau“ am Samstag. Aber bekommt die ARD wieder den Zuschlag von der Deutschen Fußball Liga?

          Bundesliga

          Die ARD hat sich im Vorfeld der seit einer Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit laufenden Auktionsphase klar positioniert. „Die Sportschau ist für uns ein Kernrecht“, sagte Sportkoordinator Axel Balkausky der Deutschen Presse-Agentur. „Unser Interesse ist nach wie vor groß, wir werden uns die Ausschreibung genau anschauen.“ Und ganz sicher mitbieten, wenn nach den Live-Rechten in der Vorwoche jetzt die Pakete mit den Höhepunkten meistbietend verkauft werden.

          DFL-Boss Christian Seifert schien in den vergangenen Monaten Gefallen daran gefunden zu haben, über den Klassiker der Sportsendungen Witzchen zu machen. Viel zitiert wurde sein Satz: „Der große Unterschied zwischen der Sportschau und der Mopsfledermaus ist, die Sportschau steht nicht unter Naturschutz.“ Balkausky „fand das sehr lustig“ und konterte: „Ich wusste nicht, dass er unter die Naturschützer gegangen ist.“ Der ARD-Sportkoordinator „fand das Bild charmant. Außerdem hat er ja auch viel Positives über uns gesagt.“

          Tatsächlich sagte der DFL-Boss auch, die Sportschau sei ein Klassepartner und eine der großen ikonischen Marken der ARD wie der „Tatort“. „Wir sind sehr zufrieden mit der Sportschau, auch wie sie gemacht ist.“ Da wusste er allerdings noch nicht, dass die Sportschau seit der Corona-Zwangspause deutlich schwächelt. Auch am vergangenen Samstag schauten durchschnittlich nur 3,6 Millionen Menschen zu – vor der Corona-Krise lag der Schnitt mit 4,8 Millionen deutlich höher.

          Seifert stellte auch klar: „Wir schreiben nicht die Sportschau aus wie auch nicht den Doppelpass, sondern die frei empfangbaren Highlight-Rechte und keine Sendungen.“ In diesem Fall geht es um das Paket I. Es ist das wertvollste der sieben Höhepunkte-Pakete, die in dieser Woche versteigert werden, und erlaubt am Samstag ab 18.30 Uhr Zusammenfassungen. Auf knapp über 100 Millionen Euro wird der Wert geschätzt.

          Diese zeitnahe Highlight-Berichterstattung ohne Zusatzkosten verlangt das Kartellamt, kann aber auch von anderen Anbietern übernommen werden. So wie zwischenzeitlich von RTL mit „Anpfiff“ und Sat.1 mit „ran“. Erst seit 2003 gibt es die Zusammenfassungen der Freitags- und der frühen Samstagsspiele wieder in der Sportschau.

          Die Frage ist, wer außer der gebührenfinanzierten ARD mitbietet. Bei Privatsendern gilt die Highlight-Sendung als Zuschussgeschäft. Am ehesten dürfte die RTL-Gruppe in Frage kommen, die zuletzt in Fußball-Rechte für Länderspiele und für die Europa League investiert hat. Allerdings leidet das Unternehmen aus Köln unter den einbrechenden Werbeerlösen während der Corona-Krise. Und die sinkenden Quoten am späten Samstagnachmittag steigern nicht gerade die Attraktivität.

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